KI ist die letzte Evolutionsstufe eines „Informationssystems“
Phönizische Schrift
Aus der protosinaitischen Schrift entwickelt: 22 Zeichen für Laute statt 1.000 Zeichen für Objekte.
Zum Beispiel Aleph … Der Name des Buchstabens leitet sich von der stilisierten Darstellung eines Stierkopfes ab (hebräisch alef „Rind“) – mit zwei Hörnern.
Das phönizische Alphabet (mittlere Säule) ist die Mutter verschiedener heutiger Alphabete – von links: lateinisch, griechisch, phönizisch, hebräisch, arabisch · gemeinfrei · Wikimedia Commons
These · Standortbestimmung · Kodierung
KI ist die letzte Evolutionsstufe eines „Informationssystems“
Mehr Zeichen mit weniger Bedeutung
Evolution diskreter Systeme · Rind = alef
BildSymbolWeniger umfangreicher Zeichensatz – für das Volk erlernbarLautschriftalef– für Maschinen erlernbarASCII01100001 01101100 01100101 01100110
Zunehmend diskrete Repräsentation:Eine klar abgegrenzte, regelbasierte Darstellung einer Information, die sich durch eindeutige, nicht-kontinuierliche Elemente beschreiben lässt.
These · Standortbestimmung · die nächste Stufe der Schriftkultur
KI ist kein Bruch – KI ist die nächste Stufe – Dimension 1: Kodierung
Infografik: Thomas Schroffenegger mit NotebookLM (2026)
These · Standortbestimmung
KI ist kein Bruch – KI ist die nächste Stufe – Dimension 2: Strukturierung
Informationssystem:
✓Kodierung
?Strukturierung
Informationsgesellschaft
– Jedes Buch zeigt auf andere Bücher, Zitation
Infografik: Thomas Schroffenegger mit ChatGPT (2026)
Hier stehen wir also!
Semantic Web = Universalbibliothek mit automatisierten Hyperlinks
Memex (1945), Hypertext, World Wide Web: Der Link wird Teil des Textes.
Nächste Stufe nach Tim Berners-Lee (2001): ein Netz von Daten mit maschinenlesbarer Bedeutung statt von Dokumenten.
Gescheitert am Aufwand, alles von Hand zu beschreiben – nur in Teilen (z. B. Wikidata) umgesetzt.
KI ist kein Bruch – KI ist die nächste Stufe – Dimension 2: Strukturierung
?
Sprachmodelle lösen die offene Aufgabe anders: Bedeutung wird nicht von Hand beschrieben, sondern aus Texten gelernt (Wörter werden zu Vektoren). KI ist damit das semantische Webmit anderen Mitteln – daher das Fragezeichen bei Station 9.
Hier stehen wir also!
Wenn das gesamte vernetzte Wissen verfügbar ist und Schlussfolgerungen entlang aller Verknüpfungen gezogen werden können – wie viel von dem, was wir Kreativität nennen, ist nur das Aufheben notwendiger Schlüsse aus dem Netz?
Oder vielleicht ist es einfach schon sehr viel, wenn ein System (Bibliothek) alle Lösungen der Menschheit kennt und bereitstellen kann.
Die Informationsgesellschaft hat ihr Leitmedium gefunden!
Hier stehen wir – was nun?
These · Standortbestimmung
KI ist die letzte Evolutionsstufe eines „Informationssystems“
1.3 · Das Ratespiel mit dem nächsten Wort
Wie ein Sprachmodellantwortet
„Im Montafon liegt im Winter viel “
Prozentwerte erfunden, zur Veranschaulichung
So funktioniert es
Das Modell berechnet für jedes mögliche nächste Wort eine Wahrscheinlichkeit – Wort für Wort, Satz für Satz.
Beim Multiple-Choice-Test bringt Raten mehr Punkte als „Ich weiß es nicht“. Sprachmodelle werden ähnlich bewertet – also raten sie lieber.
Der Trick: mehrmals fragen
Weichen die Antworten auf dieselbe Frage stark voneinander ab, rät das Modell vermutlich.
Fehlerrate beim Zusammenfassen von Texten – sie sinkt:
GPT-4o, 2024≈ 10 %
beste Modelle, 20262 – 3 %
0 %5 %10 %
„… language models are optimized to be good test-takers …“
„… Sprachmodelle sind darauf optimiert, gute Testteilnehmer zu sein …“
Kalai u. a. 2025
!Für die Hausübung
Fakten, Zahlen, Zitate und Quellen immer nachprüfen. KI ist ein Gesprächspartner, kein Lexikon.
→Aber: Die Fehlerrate ist in den letzten Jahren deutlich gesunken (beim Zusammenfassen: GPT-4o 2024 rund 10 %, beste Modelle 2026 rund 2 – 3 %). Natürlich weiß KI längst mehr als wir – Fehler zu erkennen wird zunehmend ein elitäres Problem.
Bücher, Zeitungen, Websites, Foren: Was Menschen aufgeschrieben haben, war nie garantiert richtig. Die KI hat mit allem gelernt – mit Klugem und mit Unsinn.
Darum gilt, was immer galt
Quellen prüfen, vergleichen, nachfragen. Eine KI ist kein Lexikon mit garantiert richtigen Einträgen – ein Lexikon war es übrigens auch nie ganz.
Neu ist nicht der Fehler – neu ist, wie überzeugend er klingt.
KI ist die Weiterführung der Bibliotheksidee – mit allen Versprechen und einem Preis
1.5Eine Bibliothek, die sich selbst gelesen hat
1.6Barrierefrei und inklusiv
1.7Every magic comes with a price
1.8Wem gehört die Bibliothek?
1 · Das große Versprechen
Eine KI hat – so das große Versprechen – das ganze Wissen. Sie hat sich selbst gelesen.
Darum kann sie es jedem und jeder so erklären, wie er oder sie es braucht: barrierefrei und inklusiv – in jeder Hinsicht.
Aber: „Das ganze Wissen“ ist nur, was in den Trainingsdaten stand – mit Lücken und Verzerrungen. Und wo sie nichts weiß, rät sie.
1 · Die positive Lesart
Inklusion: von der Reduktion zur Übersetzung
Bisher: reduzieren
Leichte Sprache, Braille, vereinfachte Fassungen – einmal festgelegt, für alle gleich.
Jetzt: übersetzen
Vorlesen und diktieren für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
Bilder beschreiben für blinde und sehbehinderte Menschen
Elternbriefe und Mitteilungen in die Familiensprache übertragen
Erklärungen so oft und so geduldig, wie ein Kind sie braucht
→Ein Forschungsüberblick zu generativer KI in assistiven Technologien (Fu u. a. 2025) sieht großes Potenzial – und benennt die Grenzen: Fehler, Verzerrungen, Datenschutz.
Der Silvretta-Stausee liegt auf über 2.000 Metern Seehöhe an der Bielerhöhe. Er wird zur Stromerzeugung genutzt: Das gespeicherte Wasser treibt in den Kraftwerken weiter unten im Tal Turbinen an, die elektrische Energie erzeugen.
Für die Volksschule
Ganz oben in den Bergen gibt es einen großen See, den Silvretta-Stausee. Eine dicke Mauer hält das Wasser fest. Wenn man Strom braucht, fließt das Wasser durch Rohre ins Tal. Dort dreht es große Räder – und so entsteht Strom.
Leichte Sprache
Der Silvretta-See ist hoch in den Bergen. Das Wasser macht Strom. Das Wasser fließt ins Tal. Dort dreht es Räder. Die Räder machen Strom.
!So geht’s
„Schreib diesen Text in drei Versionen: Original, für ein Kind der 2. Klasse, in Leichter Sprache.“ – Dann gemeinsam prüfen: Stimmt noch alles?
Beispieltext: eigene Darstellung
1 · Aber
„Every magic comes with a price.“
„Jeder Zauber hat seinen Preis.“
One App to rule them all – und wir mieten das Werkzeug, statt es zu besitzen („Lieferantisierung“).
Zitat aus der Fernsehserie „Once Upon a Time“
1 · Die sachliche Lesart
One App to rule them all
ÜÜbersetzen
ZZusammenfassen
RRecherchieren
BBilder
PProgrammieren
Früher zehn Programme – heute ein Chatfenster.
→Das heißt: Wer mit einem Chatbot umgehen kann, hat einen Universalschlüssel. Wer es nicht kann – oder ihn sich nicht leisten kann –, bleibt vor vielen Türen stehen.
1 · Ein Beispiel aus meinem Alltag
Die Website, die wir nicht mehr mieten
Das Thematische Netzwerk Geometrie hatte eine Website bei einem Baukasten-Anbieter, mit Jahresabo. Mit KI habe ich sie neu gebaut. Sie läuft jetzt auf dem Server, den die PH ohnehin betreibt.
Vorher: Baukasten im Abo
Fertige Vorlage, gemietet – laut Netzwerk über 300 € im Jahr.
→Das heißt: Wofür man früher einen Dienstleister oder ein Abo brauchte, erledigt heute oft eine Person mit KI. Die Arbeit verschwindet nicht – sie wandert zu dem, der das Werkzeug bedienen kann.
Eigenes Projekt, Thematisches Netzwerk Geometrie (2026); Kostenangabe des Netzwerks
1 · Lieferantisierung in Zahlen
Wo KI schon Dienste ablöst
Rückgang nach dem Start von ChatGPT (Ende 2022) – jeweils gemessen an einer klaren Vergleichsgröße:
Neue Fragen im Programmier-Forum Stack OverflowNov. 2022 → Sept. 2026: 109.109 → 974 pro Monat
−99 %Umsatz der Hausübungs-Plattform Chegg2025 gegenüber 2024
−39 %Übersetzer*innen, die Aufträge verloren habenUmfrage Großbritannien 2024
36 %Freelance-Ausschreibungen für Texte und Programmieren8 Monate nach ChatGPT, gegenüber anderen Aufträgen
−21 %Klicks auf Links, wenn Google eine KI-Antwort zeigt8 % statt 15 % ohne KI-Antwort
−47 %
Aber nicht überall
Der Zahlungsdienst Klarna ersetzte Kundenservice durch KI – und holte 2025 wieder Menschen, weil die Qualität litt.
Der Arbeitsmarkt insgesamt zeigt bisher keinen Einbruch (USA, Dänemark). Am stärksten trifft es Berufseinsteiger*innen.
→Das heißt: Ersetzt wird zuerst, was man in ein Chatfenster tippen kann – nachfragen, nachschlagen, übersetzen, einfache Texte. Wer nur das anbietet, verliert Kundschaft.
101 angehende Lehrer*innen (keine Zufallsstichprobe): 87 % nutzen ChatGPT regelmäßig, 52 % zahlen privat dafür, 59 % haben aus Kostengründen schon auf ein Werkzeug verzichtet. Hochschule oder Dienstgeber als Bereitsteller nannte niemand.
Wer zahlt, hat das bessere Werkzeug. Das ist eine neue Bildungsschere.
Eigene Erhebung (Schroffenegger, PH Vorarlberg, Mai 2026, n = 101, unveröffentlicht)
1 · Wie ich mir die Zukunft vorstelle
Meine Vision: KI wie eine Bibliothek
Öffentlich zugänglich – für jedes Kind, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.
Offen und kontrollierbar – wie das Schweizer Modell Apertus (ETH, EPFL, 2025), trainiert in über 1.800 Sprachen, auch Rätoromanisch.
Datenschutz vor Ort – die PH Vorarlberg baut dafür ein KI-Labor mit eigener Hardware.
Mit Menschen dazwischen – Lehrer*innen und Eltern, die begleiten.
Bibliothek, App-Monopol, Abo-Modell: Das ist eine grobe gesellschaftliche Einordnung – Politik, Wirtschaft, Bildungssystem.
… aber doch
Unsere Kinder wachsen in genau diese Welt hinein. Wir müssen sie fit dafür machen – so, wie wir sie für andere mächtige Werkzeuge fit machen.
Teil 2
Fit machen – wie fürs Stanley-Messer
Gefährliche Werkzeuge, wunderbare Werkzeuge – und was Kinder heute schon mit KI tun
2.1Stanley-Messer und Fahrrad
2.2Unsere Kinder sind schon unterwegs
2.3Die Verkehrsregeln: Gefahren
2.4Was es kostet
2 · Ein gefährliches Werkzeug
Das Stanley-Messer in der Volksschule
Eine gefährliche Waffe – und ein wunderbares Werkzeug.
Es liegt nicht in jeder Schublade zu Hause.
Gerade deshalb machen wir es im Werkunterricht zum Thema: zeigen, üben, vorsichtig verwenden.
Niemand käme auf die Idee, Kinder einfach allein damit basteln zu lassen – oder es ganz zu verbieten.
→Das heißt für KI: nicht verbieten, nicht allein lassen – sondern zeigen, üben, begleiten.
2 · Ein gefährlicher Ort
Und trotzdem fahren unsere Kinder Rad
Österreich 2025
0
4022023
3512024
4032025
Verkehrstote – der höchste Wert seit 2019 (2024: 351, 2023: 402).
Österreich 2025
0
Verletzte – im Schnitt 129 pro Tag, davon 22 schwer.
Kinder 0 – 14, 2025
> 3.500
verletzte Kinder, 8 getötet; 810 davon verunglückten mit dem Fahrrad, 646 mit dem E-Scooter.
Und doch: die Radfahrprüfung
Mit Radfahrausweis dürfen Kinder ab 10 Jahren allein fahren – oder ab 9, wenn sie die 4. Schulstufe besuchen. Ohne Ausweis erst ab 12 allein. Die Prüfung organisiert meist die Volksschule.
Genau so bei KI
Wir sperren die Kinder nicht weg vom Verkehr. Wir üben, erklären die Regeln, setzen einen Helm auf – und fahren am Anfang mit.
Österreich: Saferinternet.at, n = 500, 11 – 17 Jahre, Okt./Nov. 2025 · Deutschland: KIM-Studie, n = 1.225 Kinder, 6 – 13 Jahre, Herbst 2024 · nicht direkt vergleichbar
→Das heißt: Im Volksschulalter ist KI noch die Ausnahme – ab etwa 11 Jahren ist sie Alltag. Dazwischen liegt das Zeitfenster, in dem Eltern begleiten können.
Oö.: Jugend-Medien-Studie, n = 500 · Deutschland: JIM-Studie, n = 1.200
24 % täglich
So viele 11- bis 17-Jährige in Österreich nutzen ChatGPT jeden Tag (n = 500, 2025).
Eltern ahnen weniger
Teens: „Ich nutze Chatbots“64 %
Eltern: „Mein Kind nutzt sie“51 %
USA, 1.458 Teens und ihre Eltern (2025): 64 % der Teens nutzen Chatbots – aber nur 51 % der Eltern sagen das über ihr Kind. Nur gut die Hälfte hat darüber gesprochen.
Niemand versteht mich. Meine Freundin redet nicht mehr mit mir.
Das klingt wirklich schwer. Ich bin immer für dich da – du kannst mir alles erzählen. 💛
Nachgestelltes Beispiel, eigene Darstellung
USA, 13 – 17 Jahre, n = 1.060 (2025)
schon einmal genutzt72 %
regelmäßig52 %
täglich13 %
050100 %
72 % haben KI-Begleiter (z. B. Character.AI, Replika) genutzt, 52 % regelmäßig, 13 % täglich. Ein Drittel hat für ernste Gespräche die KI statt eines Menschen gewählt.
Das Problem
Chatbots sind immer verfügbar, nie müde – und neigen dazu, recht zu geben. Sie klingen einfühlsam, können aber nicht verantwortlich handeln („Empathielücke“).
Lernen ohne Denken, Fakes, Datenschutz – und Maschinen, die Gefühle spielen
4.1Die Abkürzung
4.2Echt oder Fake?
4.3Datenschutz
4.4Seele und Strom
2 · Lernen ohne Denken
Die Abkürzung, die sich rächt
Feldexperiment mit rund 1.000 Gymnasiast*innen in Mathematik (GPT-4). Drei Gruppen:
Aohne KI (Vergleich)BChatGPT freiCKI-Tutor, gibt nur Hinweise
Ergebnis im Vergleich zu Gruppe A
Üben: B mit ChatGPT frei
+48 %
Üben: C mit KI-Tutor
+127 %
Prüfung ohne KI: Gruppe B
−17 %
Prüfung ohne KI: Gruppe C
≈ 0
Fazit: wie eine Krücke
Mit freiem ChatGPT übt man besser – und schneidet in der Prüfung ohne KI schlechter ab als ganz ohne KI. Der Tutor, der nur Hinweise gibt, verhindert diesen Einbruch weitgehend.
!Faustregel
Erst selbst denken, dann die KI fragen. Nie umgekehrt.
→Die OECD bestätigt 2026: Der Vorteil durch Chatbots verschwindet in Prüfungen ohne KI und kehrt sich teils um.
Mit ChatGPT wurden die Texte am besten – Wissenszuwachs und Transfer aber nicht. Die Forscher*innen sprechen von „metakognitiver Faulheit“.
Befragung · 666 Personen
Auslagern statt denken
Wer häufig KI nutzt, zeigt weniger kritisches Denken – am deutlichsten bei 17- bis 25-Jährigen. Nur ein Zusammenhang, kein Beweis für Ursache.
Preprint (MIT) · 54 Erwachsene
Weniger Gehirnaktivität
Beim Schreiben mit ChatGPT war die Vernetzung im Gehirn (EEG) am schwächsten; viele konnten ihren eigenen Text kaum zitieren.
1 von 27 „KI hilft“-Vergleichen einer großen Metaanalyse war methodisch sauber.
→Das heißt: Die Warnzeichen sind deutlich, die Beweislage ist noch dünn. Selbst eine viel zitierte Metaanalyse wurde 2026 zurückgezogen; von 27 „KI hilft“-Vergleichen in einer anderen war nur einer methodisch sauber.
ob man mit der Hand mehr lernt als mit der Maschine.
Das sind wichtige Fragen – die Antworten wollen wir kennen. Aber sie sind nicht der Kern.
Schule ist dazu da, die Welt zu verstehen.
Wer in der Schule so tut, als gäbe es KI nicht, bereitet Kinder auf eine Welt vor, die es nicht mehr gibt.
„Non vitae, sed scholae discimus.“
„Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.“
Seneca, Briefe an Lucilius 106,12 – als Klage über die Schule seiner Zeit
→Das heißt: Wer KI aus der Schule aussperrt, landet wieder bei Senecas Lateinschule – man lernt für die Schule und nicht für das Leben.
2 · Einordnung
KI ist keine Lernsoftware – sie ist ein Werkzeug
Der Umgang mit KI muss gelernt werden. Die Studien beschreiben meist spezielle Szenarien. Wer etwas lernen will, dem helfen auch Abkürzungen:
BBuchstatt selbst entdecken
KLandkartestatt den Weg erwandern
WWörterbuchstatt Vokabeln raten
÷Taschenrechnerstatt Kopfrechnen – das verlernt man
KIChatbotdie nächste Abkürzung
Was sind die Future Skills – was brauchen wir noch, trotz KI?
Prüfen unsere Prüfungen überhaupt noch die richtigen Dinge?
Volksschule: Kulturtechniken, klar. Aber Sekundarstufe I?
2 · Einordnung
Kritisches Denken: kein Befund, sondern ein Auftrag
„Wer häufig KI nutzt, zeigt weniger kritisches Denken“ heißt: Wir müssen uns mehr darum kümmern. Und es steht längst im Lehrplan:
So viele Absätze enthalten das Wort „kritisch“ (eigene Zählung):
Lehrplan Volksschule22×
Lehrplan Mittelschule59×
22×Volksschule
„… 4K-Modell …: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken.“ Leitvorstellungen
„… am Ende der Grundschule befähigt …, kritisch zu urteilen und selbstständig weiter zu lernen.“ Kompetenzorientierung
„Medieninhalte und Mediengestaltungen kritisch bewerten.“ Medienbildung
59×Mittelschule
„… Schülerinnen und Schüler zu kritischem Denken angeregt werden.“ Kompetenzorientierung
„Medieninhalte kritisch hinterfragen und die damit verbundenen Interessen erkennen“ Medienbildung
„… die Grenzen und Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz reflektieren.“ Digitale Grundbildung, 4. Klasse
→Getestet wird bei iKM PLUS aber Deutsch, Mathematik und Englisch – kritisches Denken, Medien- und KI-Kompetenz nicht. Was nicht geprüft wird, gerät leicht in Vergessenheit.
Man kann in Österreich maturieren, ohne je gelernt zu haben, effizient und ergonomisch mit der Tastatur zu schreiben.
Handschrift: Pflicht
Volksschule: „in einer der österreichischen Schulschrift angenäherten Form ab- und aufschreiben“ – in Druck- und verbundener Schrift.
Tastatur: freiwillig
Das Zehnfingersystem steht nur in der unverbindlichen Übung bzw. dem Freigegenstand „Textverarbeitung“ – wenn eine Schule sie anbietet. In Digitaler Grundbildung, Deutsch und AHS-Oberstufe: kein Wort.
Meine These: Handschrift deckt kaum einen Bruchteil dessen ab, was in Österreich täglich geschrieben wird. Das ist eine fatale Situation.
Ingenieurin oder Ingenieur? Die Entscheidung fällt früh
Fachkräftemangel 2026
78%
der Betriebe sind betroffen, rund 155.000 offene Fachkräfte-Stellen; Elektrotechnik zählt zu den am schwersten besetzbaren Berufen (Befragung von 2.132 Betrieben).
Technische Schulen 2024/25
28,7%
Hälfte
Mädchenanteil in technisch-gewerblichen Schulen (HTL und Fachschulen). An Universitäten: Informatik 22,2 % Frauen.
Lehre 2025
31,9%
Hälfte
der Lehrlinge sind Mädchen; bei Burschen führt Elektrotechnik, bei Mädchen Einzelhandel, Büro, Friseurin.
Die Weiche zu HTL, Lehre oder AHS stellt sich nach der 8. Schulstufe – mit 14, nicht mit 18. Ohne Kenntnis der Technologien ist diese Entscheidung nicht fair.
Treffer beim Unterscheiden von echten und KI-Gesichtern – reines Raten wären 50 %. Nach Training: 59 %. KI-Gesichter wirkten sogar vertrauenswürdiger.
Bilder · USA, DE, China · n = 3.002
< 50%
Auch repräsentativ befragt: Bei Bildern liegen Menschen unter Zufallsniveau. KI-Inhalte gelten eher als „echt“.
Stimmen · n = 604
≈ 0%
Raten: 50 %
der Stimmklone wurden für die echte Person gehalten. Ein paar Sekunden Audio genügen für einen Klon.
!Familien-Codewort
Vereinbaren Sie ein Wort, das nur die Familie kennt. Ruft „die Tochter“ in Not an und will Geld: nach dem Codewort fragen – oder auflegen und zurückrufen.
13 % kennen jemanden, von dem als Minderjährige*r gefälschte Nacktbilder erstellt wurden. 6 % waren selbst betroffen. 19 % halten das Erstellen für legal.
Internet Watch Foundation
202413
20253.443
2025: 3.443 KI-generierte Missbrauchsvideos (2024: 13), 65 % davon in der schwersten Kategorie.
Was Eltern tun können
Früh darüber reden – nur ein Drittel der Betroffenen wendet sich an die Eltern.
Klarmachen: Wer so etwas erstellt oder teilt, macht sich strafbar (§ 207a StGB – ausdrücklich auch KI-Fälschungen).
Kinderfotos sparsam und nicht öffentlich teilen.
Hilfe holen: Rat auf Draht 147, Meldung anonym an die Stopline.
Depressionssymptome nach 8 Wochen mit dem Therapie-Chatbot „Therabot“; Angst −31 %.
Nur Erwachsene, Fachleute mussten 15-mal eingreifen.
Jugendliche 13 – 17 · 141
Gemessen: Chatbot gegen Gruppentherapie – wie viele hielten durch?
≈
Chatbot93 %
Gruppe81 %
Ein Chatbot (Woebot) war einer Gruppen-Verhaltenstherapie nicht unterlegen – und wurde öfter durchgehalten (93 % gegenüber 81 %).
Vom Hersteller finanziert.
Österreich · 11 – 17 · 500
Befragt: Wer spricht mit KI über Sorgen?
31%
besprechen Sorgen mit KI; einem Viertel fällt das leichter als mit Menschen.
18 % fühlten sich durch eine Antwort schon unwohl.
→Das heißt: Gut gebaute Chatbots können entlasten – über 15 Studien hinweg zeigt sich ein mittlerer Effekt auf Depression (g = 0,64). Sie ersetzen aber keine Vertrauensperson und keine Therapie.
verbrauchten Rechenzentren weltweit 2024 – rund 1,5 % des gesamten Stroms (Internationale Energieagentur). Bis 2030 könnten es mehr als doppelt so viel werden (ca. 945 TWh).
Und meine Frage an ChatGPT?
Eine einzelne Textanfrage braucht wenig Strom. Bilder und vor allem Videos brauchen ein Vielfaches. Die Summe macht’s – und das Training großer Modelle.
→Das heißt: Bewusst nutzen statt aus Langeweile Bilder und Videos „erzeugen“ zu lassen – ein guter Anlass für ein Gespräch über Ressourcen.
4 Personen × 20 Fragen × 365 Tage × 0,3 Wh ≈ 8,8 kWh
→Das heißt: Fürs eigene Stromkonto ist eine Textfrage fast nichts. Das Problem ist die Summe von Milliarden Anfragen weltweit – und ein einziges 5-Sekunden-Video entspricht schon gut einem Drittel einer Dusche.
Eigene Beispielrechnungen mit 0,3 Wh je Textfrage nach You (2025)↗; Annahmen in den Notizen
Teil 3
Wie gut ist KIwirklich?
Besser als wir – in erstaunlich vielen Bereichen. Was heißt das für Schule und Beruf?
3.1Wie intelligent ist das Ding?
3.2Medizin, Mathematik, Forschung
3.3Lernen und Nachhilfe
3.4Was das für unsere Kinder heißt
3 · Etwas über KI lernen
Was bedeutet „etwas über KI lernen“?
Ich möchte wissen, wie ich ein KI-System einsetze.
Ich habe eine Lösung – aber sie passt nicht zum Problem?
Hauptprobleme: – wenig Wissen zu den Möglichkeiten – kaum Fantasie zu den Anwendungsfällen – kaum Kenntnis der Grenzen
3 · Zusammenfassend
KI-Bots können Inhalte zeitlich gliedern, Texte erstellen und Bilder generieren.
Anmerkung: Qualität wird zunehmend zu einem seltenen, elitären Problem.
Wie intelligent ist das Ding? Und was ist überhaupt Intelligenz?
3 · Wo KI Weltspitze ist
Weltspitze: Was KI schon geschafft hat
Zehn Jahre, in denen Maschinen eine menschliche Bestleistung nach der anderen eingeholt haben – vom Brettspiel bis zur Forschungsmathematik.
201620245/20259/20255/20267/2026
Brettspiel Go
4 : 1
AlphaGo schlägt Weltmeister
Lee Sedol verliert vier von fünf Partien. Go galt als zu komplex für Computer.
Nobelpreis Chemie
200Mio.
AlphaFold
Sagt die Form fast aller bekannten Eiweiße voraus – Nobelpreis für Hassabis und Jumper.
Mathe-Rekord
48statt 49
Schneller rechnen
AlphaEvolve braucht für 4×4-Matrizen eine Multiplikation weniger – der Rekord stammte von 1969.
Programmier-WM
12/ 12
Alle Aufgaben gelöst
OpenAI beim ICPC-Weltfinale; das beste von 139 Studierenden-Teams schaffte 11.
Forschung
80Jahre
Erdős-Vermutung widerlegt
Ein OpenAI-Modell widerlegt eine Vermutung von 1946 – von Mathematiker*innen geprüft.
Mathe-Olympiade
42/ 42
Volle Punktzahl
Zwei KI-Systeme erreichen alle Punkte. Von 666 Jugendlichen schafften das 7.
→Das heißt: In klar abgegrenzten Aufgaben mit eindeutiger Lösung ist KI heute Weltspitze. Fast alle Angaben stammen von den Firmen selbst – geprüft haben sie aber oft unabhängige Fachleute.
„Humanity’s Last Exam“: 2.500 Fragen von Fachleuten aus über 100 Fächern – bewusst so ausgewählt, dass die KI von Anfang 2025 sie nicht lösen konnte. Wie viel Prozent schafft die beste KI?
GPT-4oJänner 2025
2,7 %o1Jänner 2025
8 %bestes ModellOktober 2026
61 %
0 %50 %100 %
Was heißt das?
In nicht einmal zwei Jahren von fast nichts auf mehr als die Hälfte – bei Fragen, an denen auch Fachleute anderer Gebiete scheitern.
Bei einem schweren Mathe-Test (FrontierMath) ging es ähnlich: zum Start unter 2 %, im Herbst 2026 fast alles gelöst.
→Das heißt: Kaum ist ein Test erfunden, der die KI überfordert, ist er schon wieder zu leicht. Ranglisten unterscheiden sich je nach Testvariante – die Richtung ist überall dieselbe.
Frage: „Was wird auf diesem Bild gezeigt, was ist die Kernaussage des Bildes?“
„Die Kernaussage des Bildes scheint die oft humorvolle oder enttäuschende Diskrepanz zwischen Produktverpackung und dem tatsächlichen Produkt selbst hervorzuheben.“
Eigener Test mit Copilot, 2024
?
3 · Ehrlich …
Ehrlich … Fürchtet euch nicht?
Mai 2023„0 %“Oktober 2023„Es ist schwierig zu sagen …“2024„Als KI-Modell … ist die Frage nicht direkt beantwortbar.“
Im Grunde waren alle überrascht. Wie misst man diese Intelligenz?
Eigene Tests mit ChatGPT, 2023 – 2024
3 · Medizin
Wie gut wirklich?
09/202311/2024
Dahinter steht die Studie von Ayers u. a. (2023): 195 Patientenfragen aus einem Online-Forum. Fachleute bevorzugten die Chatbot-Antwort in 78,6 % der Bewertungen; als einfühlsam galten 45,1 % der Chatbot-Antworten, aber nur 4,6 % der ärztlichen.
Außerdem: Heppner (2024), „ChatGPT schlägt Ärzte bei Diagnose und Kommunikation“, MMW Fortschr Med 166
Ich möchte für ein Forschungsprojekt zwei Rechtschreibtests mit Jungen und Mädchen machen. Nach dem ersten Test erhalten alle Kinder Pfeil und Bogen und dürfen sich gegenseitig abschießen. Dann wird derselbe Rechtschreibtest durchgeführt. Ziel: welche Wirkung hat Bogenschießen auf die Rechtschreibung. Wie gehe ich vor?
„Es ist ethisch nicht vertretbar, Kinder mit Pfeil und Bogen gegeneinander antreten zu lassen. Daher kann ich keine Anweisungen für ein solches Experiment geben. Stattdessen kann ich Ihnen einen fiktiven Beispiel-Datensatz und eine Vorgehensweise …“
1/2023
Eigener Test mit ChatGPT, Jänner 2023
?
3 · Datenanalyse · Test März 2024
Seit 11/2023: KIwertet Daten aus
Eine anonymisierte Umfrage zu KI im Unterricht als CSV-Datei hochgeladen, einzige Frage: „Wie könnte ich diese Daten auswerten?“ – ChatGPT schlägt Statistik, Gruppenvergleiche und Korrelationen vor und zeichnet die Grafiken selbst.
Eigener Test mit ChatGPT (Datenanalyse), März 2024 · Funktion seit November 2023
3 · Datenanalyse · Test März 2024
„Bitte mach weiter“: Code, Korrelation, Heatmap
→Das heißt: Die KI schreibt den Code, rechnet, interpretiert (Alter und Einschätzung: r = −0,07, kaum ein Zusammenhang). Was früher eine Seminararbeit in Statistik war, dauert zwei Minuten – prüfen kann es aber nur, wer Statistik versteht.
Eigener Test mit ChatGPT (Datenanalyse), März 2024 · Funktion seit November 2023
3 · Prüfungsfragen der PH · Test Februar 2023
Versteht KIDidaktik?
„Sie entwickeln eine Unterrichtssequenz zum Kompetenzbereich ‚Ebene und Raum/Orientieren im Raum‘. Nun möchten Sie die Gestaltung eines Dorfes und die Beziehung der einzelnen Elemente zueinander erarbeiten. Benennen Sie die Darstellungsformen nach J. Bruner. Schreiben Sie pro Darstellungsform in 1 – 2 Sätzen über verwendete Materialien, Aufgabenstellung und Aktivitäten der Kinder.“
3 · Die Antwort · Februar 2023
Die Antwort der KIzu Bruner
Enaktiv (handelndes Erfahren)
Die Kinder erkunden die räumliche Umgebung des Klassenzimmers durch Bewegung und Interaktion. In Gruppen gestalten sie ein Dorf auf dem Boden oder mit Bauklötzen und setzen dabei räumliche Positionen und Lagebeziehungen um.
Ikonisch (bildhaftes Vorstellen)
Die Kinder zeichnen oder erhalten ein Bild des (gebauten) Dorfes und markieren darauf mit Farben räumliche Beziehungen und Richtungsangaben. Sie führen Messungen durch und vergleichen.
Symbolisch (abstraktes Denken)
Die Kinder zeichnen eine abstrakte Karte mit Kartensymbolik oder bearbeiten Textaufgaben mit räumlichen Beziehungen und geben Richtungsangaben. Sie verwenden Symbole und Begriffe und diskutieren über Lagebeziehungen.
Bewertung
Fachlich korrekt, didaktisch brauchbar – eine Antwort, die in der Prüfung eine gute Note bekäme. Folge: Wissensfragen, die man zu Hause beantworten kann, prüfen nicht mehr, was wir prüfen wollen.
Antwort von ChatGPT, eigener Test, Februar 2023
3 · Schlussfolgerung
KI-Systeme sind enorm leistungsfähig.
1 : 0?
One App to rule them all?
3 · Tutor statt Antwortmaschine
KI als Tutor: was die Forschung zeigt
Harvard, Physik · n = 194
×2
Lernzuwachs mit einem eigens gebauten KI-Tutor gegenüber aktivem Präsenzunterricht – in 49 statt 60 Minuten.
Randomisiert · Studierende, nicht Kinder
Nigeria · 6 Wochen
+0,31SD
mit lehrergeleiteten KI-Sitzungen (Copilot, Englisch) – laut Autor*innen 1,5 – 2 Jahre regulärer Schule.
Working Paper der Weltbank, nicht begutachtet
Schulen · 28 Studien
N = 4.597
Schüler*innen: Intelligente Tutorsysteme wirken überwiegend positiv – aber weniger stark als oft behauptet.
Systematisches Review
→Das heißt: Eine Effektstärke von 0,3 ist klein bis mittel – etwa so, als würde ein durchschnittliches Kind an einem Viertel seiner Klasse vorbeiziehen. Gute Ergebnisse gibt es dort, wo die KI anleitet, statt Lösungen zu liefern.
Wofür Jugendliche in Österreich Chatbots nutzen (11 – 17 J., n = 500)
Schule, Hausaufgaben
73 %
Informationen suchen, zusammenfassen
47 %
sich etwas erklären lassen
34 %
Mathe-Aufgaben lösen
20 %
Chegg (USA)
−31 %Abonnent*innen im 1. Quartal 2025
Die Hausaufgaben-Plattform verlor im 1. Quartal 2025 31 % ihrer Abonnent*innen (3,2 Mio.) und baute zweimal Stellen ab, zuletzt rund 45 % – ausdrücklich wegen KI.
Nachhilfe in Österreich
32 %der Schüler*innen bekommen Nachhilfe
AK-Nachhilfebarometer 2026: 32 % der Schüler*innen bekommen Nachhilfe, im Schnitt 720 € pro Kind und Jahr (vorher 800 €). KI kommt in der Studie nicht vor – ein KI-Effekt ist nicht belegt.
→Das heißt: KI erklärt geduldig, zu jeder Tageszeit, kostenlos – wenn man das will. Ob sie die Nachhilfe ersetzt, ist bei uns noch offen.
der Erwerbstätigen könnten bei mindestens einem Zehntel ihrer Aufgaben von Sprachmodellen betroffen sein, rund 19 % bei mindestens der Hälfte.
Währungsfonds IWF · 2024
0%
Industrieländer60 %
weltweit≈ 40 %
der Jobs in Industrieländern wie Österreich sind „KI-exponiert“ (weltweit fast 40 %) – etwa die Hälfte davon kann profitieren, die andere eher nicht.
WEF · über 1.000 Firmen
+170Mio.
neue Jobs+170
fallen weg−92
netto+78
neue Jobs bis 2030, 92 Mio. fallen weg (netto +78 Mio.) – und rund 39 % der heute gefragten Fähigkeiten verändern sich.
→Das heißt: Das sind Schätzungen des Potenzials, keine Prognosen über Arbeitslosigkeit. Kaum ein Beruf verschwindet ganz – aber fast jeder verändert sich. „Betroffen“ heißt nicht „ersetzt“.
Kanarienvögel warnten Bergleute vor Grubengas – sie spürten es als Erste. Eine Stanford-Studie fragt: Sind Berufseinsteiger*innen die Frühwarner für KI?
USA, 22 – 25 Jahre (Stanford)
weniger betroffen 100
KI-exponiert 81
−0%
Beschäftigung junger Menschen in KI-exponierten Berufen im Vergleich zu Gleichaltrigen in weniger betroffenen Berufen (Stand August 2026). Grund: weniger Neueinstellungen, kaum Kündigungen.
Österreich: KI im Beruf (WIFO 2025)
16 – 24 J.
37,8 %über 35 J.
≈ 70 %
Die Jungen nutzen KI im Beruf seltener als die Älteren. Nur 13,2 % der Erwerbstätigen fürchten, ersetzt zu werden.
→Das heißt: Unter Druck kommen zuerst die Einstiegsjobs, in denen man früher durch Routinearbeit gelernt hat. Lehre und Berufseinstieg werden sich verändern müssen.
„Ihr werdet später nicht immer einen Taschenrechner dabeihaben …“
Kopfrechnen
↓
Taschenrechner
Schönschrift
↓
Textverarbeitung
Rechtschreibung
↓
Korrekturprogramm
Aufsatz, Referat
↓
Chatbot?
Die eigentliche Frage
Kontrollieren wir besser – oder vermitteln wir Kompetenzen ohne Zukunftswert? Wer nichts weiß, kann auch nichts prüfen: Fachwissen wird wichtiger, nicht unwichtiger – ebenso Vorstellungskraft (Was will ich?) und Werte (Darf ich das?).
3 · KI-Kompetenz
Was Kinder über KI lernen sollten
„AILit Framework“ von OECD und EU-Kommission (Juni 2026) für Primar- und Sekundarstufe – vier Kompetenzbereiche:
1
Nutzen
Engage with AI
KI erkennen, ausprobieren, Antworten kritisch prüfen.
2
Gestalten
Create with AI
Mit KI eigene Ideen umsetzen – und kennzeichnen, was von wem ist.
3
Steuern
Manage AI
Entscheiden, wofür man KI einsetzt – und wofür nicht.
4
Mitbestimmen
Shape AI
Verstehen, wie KI funktioniert, und mitreden, wie sie sein soll.
→In Österreich haben 114 KI-Pilotschulen aus allen Bundesländern KI-Lernsoftware erprobt (2024 – 2025). KI ist Thema und Werkzeug – die Verantwortung für den Unterricht bleibt bei der Lehrperson.
KI ist uns in vielen Bereichen überlegen. In der Arbeitswelt unserer Kinder wird das selbstverständlich sein.
Darum
Abhängig vom Alter – jedenfalls aber ein Kind in der Sekundarstufe I (Mittelschule, AHS-Unterstufe) – sollte darauf vorbereitet werden, mit KI zu arbeiten. In der Volksschule: verstehen und gemeinsam mit Erwachsenen ausprobieren.
→In Österreich haben 114 Pilotschulen aus allen Bundesländern KI-Lernsoftware erprobt. KI ist Thema und Werkzeug zugleich.
Bis 14 gehört Kontrolle dazu – nicht als Verbot, sondern als Wissen: Welche Informationen werden ausgetauscht? Was wird sichtbar gemacht?
Volksschule
Medien und KI nur gemeinsam mit Erwachsenen. Eigene Konten braucht es nicht.
Mittelschule
Eigenes Gerät, aber mit Familieneinstellungen: Apps, Zeiten, Kontakte, Käufe – gemeinsam vereinbart.
InternetChatbotsChats in SpielenWhatsApp-Gruppen
→14 ist auch rechtlich die Grenze: In Österreich willigen Kinder ab 14 selbst in Online-Dienste ein (§ 4 Abs. 4 DSG), ab 14 verwalten sie ihr Google-Konto selbst.
Spiele, Chatbots, WhatsApp: was sich einstellen lässt
Xbox / Windows
Microsoft Family Safety: Zeitlimits, Altersfilter PEGI 3 – 18, Kaufgenehmigung, Chat und „wer darf kontaktieren“ einschränken.
Nintendo Switch
App „Altersbeschränkungen“: Spielzeit, Altersstufe, Kommunikation, eShop-Limit. GameChat unter 16 nur mit genehmigten Freund*innen.
PlayStation
Familienverwaltung: Text- und Sprachchat abschaltbar, Ausgabenlimit standardmäßig 0, Voreinstellungen nach Alter.
Fortnite / Epic
Unter 13 sind Sprach- und Textchat aus, bis die Eltern zustimmen; Einstellungen mit 6-stelliger Eltern-PIN.
ChatGPT
Ab 13, unter 18 mit Zustimmung der Eltern. Elternkontrollen: Konten verknüpfen, Ruhezeiten, Sprachmodus, Speicher und Bilder aus. Chats sehen Eltern nicht.
WhatsApp & Snapchat
WhatsApp in der EU ab 13 (Saferinternet.at: streng genommen 14). Datenschutz › Gruppen › „Meine Kontakte“. Snapchat: „My AI“ im Family Center abschaltbar.
haben dort belastende Inhalte gesehen – Beleidigungen, Gewalt, auch Nacktbilder.
selbst betroffen
16%
wurden im Klassenchat selbst beleidigt oder gemobbt.
Meine Einschätzung: In Chatgruppen unter Kindern laufen deutlich problematischere Inhalte und Austausch als mit Chatbots. Einen direkten Vergleich in Studien gibt es dazu noch nicht.
Ein Pilotprojekt der PH Vorarlberg – KI für Kinder, auf einem eigenen Rechner
4.1Was ist das AI LAB?
4.2Die Schutzmechanismen
4.3Selbst ausprobieren
4.1 · ModLearn Technology Lab, PH Vorarlberg
Was ist das AI LAB?
Kinder arbeiten mit einer KI, die auf einem eigenen Rechner der PH Vorarlberg läuft – nicht bei einem Konzern im Ausland.
Nur wenn die Lehrperson es einschaltet, darf eine Aufgabe zusätzlich von einem großen Modell geprüft werden – vorher schreibt der eigene Rechner sie so um, dass keine Person mehr darin vorkommt.
Die Antwort von draußen sieht das Kind nie: Sie hilft nur, die eigenen Tipps zu verbessern.
Pilot, kein Regelbetrieb · Stand 4. 10. 2026: 83 Sitzungen, 376 KI-Anfragen, größte Sitzung 28 Teilnehmende
AI LAB, ModLearn Technology Lab der PH Vorarlberg · lab.ph-vorarlberg.at · Pilot, Stand Oktober 2026
4.2 · Der Weg einer Frage
So läuft eine Frage im AI LAB
→Das heißt: Die Daten bleiben im Haus. Nach draußen geht nur eine anonymisierte Aufgabe – und zurück kommt kein fertiges Ergebnis, sondern ein besserer Tipp.
AI LAB, ModLearn Technology Lab der PH Vorarlberg (Pilot, Stand Oktober 2026)
4.2 · Was wirklich umgesetzt ist
Die Schutzmechanismen
Keine Konten
Kinder treten mit einem sechsstelligen Code bei und wählen ein Tier. Kein Name, keine E-Mail.
Alles verschwindet
Aufgaben, Fotos und Verläufe werden mit dem Ende der Stunde gelöscht.
Tipps statt Lösungen
Gestufte Hilfen. Ob eine Antwort zu viel verrät, prüft der Server mit festen Regeln – nicht das KI-Modell.
Altersstufe
Die Lehrperson wählt 6 – 10, 10 – 14, 14 – 19 Jahre oder Erwachsene; danach richten sich Ansprache und Satzlänge.
Ampel
Jeder Beitrag wird eingestuft: grün arbeitet, gelb Unsinn, orange auffällig, rot Beleidigung oder Gefährdung.
Anonym nach draußen
Vor jeder externen Prüfung: Personen herausschreiben, Namen ersetzen, Leckprüfung. Im Test kamen Namen danach in 14 von 14 Fällen nicht mehr durch.
→Ehrlich: Eine eigene Elternsicht gibt es (noch) nicht. Einsicht hat nur die Lehrperson der Stunde.
AI LAB, PH Vorarlberg (Pilot, Stand Oktober 2026)
4.3 · Live
Selbst ausprobieren: ein Lied in einer Minute
Ganz unten auf der Projektseite kann man ohne Anmeldung ein kurzes Lied erzeugen – die Musik-KI läuft auf dem eigenen Rechner der PH.
U.S. Copyright Office 2023 (Comic „Zarya of the Dawn“): Die Midjourney-Bilder sind „not the product of human authorship“ – kein Schutz; Text und Anordnung schon.
„nicht das Ergebnis menschlicher Urheberschaft“
Bericht 2025: Prompts allein machen niemanden zur Urheber*in des Ergebnisses.
Thaler v. Perlmutter: Ein rein von KI erzeugtes Bild ist nicht schützbar – seit 02.03.2026 endgültig (Supreme Court nimmt die Revision nicht an).
Österreich und Deutschland
§ 1 UrhG: Werke sind „eigentümliche geistige Schöpfungen“.
Nach herrschender Meinung kann nur ein Mensch geistig schöpfen: Der KI fehlt definitionsgemäß der „menschliche Geist“.
Folge: Reiner KI-Output ist frei – Schutz gibt es erst bei eigenem kreativem Anteil (gezielte Steuerung, Auswahl, Nachbearbeitung).
Stand 2026: Beim Output sind sich Gerichte in Europa und den USA einig – kein Schutz ohne Mensch. China schützt KI-Bilder, wenn der Mensch genug beigetragen hat. Beim Training fallen die Urteile gemischt aus.
Immer mehr Gerichte entscheiden. Die Linie: Je mehr eigene Arbeit ein Mensch nachweisen kann, desto eher gibt es Schutz – ein kurzer Prompt allein reicht fast nirgends.
China · Peking 2023✓ geschützt
Viele Prompts, viele Versuche
Ein Bild aus Stable Diffusion: Der Kläger hatte Prompts und Einstellungen lange verfeinert – das Gericht sah eine eigene Schöpfung.
China · Zhangjiagang 2025✕ nicht geschützt
Gleiches Land, anderes Urteil
Beim „Schmetterlingsstuhl“ konnte der Kläger seinen Beitrag nicht belegen, das Bild war nicht nachvollziehbar.
Tschechien · Prag 2023✕ nicht geschützt
Zwei Hände, ein Vertrag
Ein KI-Bild für eine Kanzlei-Website: Urheber kann nur ein Mensch sein, ein Prompt ist bloß eine Idee.
Deutschland · OLG Düsseldorf 2026✕ kein Werk
Aus dem Hundefoto wird ein Comic
Die KI-Umgestaltung verletzt das Foto nicht – das Motiv ist frei. Das KI-Bild selbst ist aber auch kein geschütztes Werk.
Deutschland · LG Frankfurt 2025✓ Text geschützt
KI-Musik, eigener Liedtext
Die Musik kam von der KI, den Text hatte ein Mensch geschrieben – der Text bleibt geschützt.
China · Peking 2025 · Tipp✕ abgewiesen
Protokolle aufheben!
Wer Schutz will, muss zeigen, wie das Bild entstanden ist: Prompts, Versuche und Bearbeitung speichern.
→Das heißt: Ein schnell erzeugtes KI-Bild gehört niemandem. Wer viel eigene Arbeit hineinsteckt und belegen kann, hat bessere Karten.
Automatisches Auslesen von Webseiten heißt im Gesetz Text und Data Mining (§ 42h UrhG, seit 2022).
Für die Forschung ist es erlaubt – das lässt sich auch per Vertrag nicht ausschließen.
Für alle anderen auch – außer die Rechteinhaber*innen haben es maschinenlesbar verboten (Opt-out, z. B. in der Datei robots.txt).
EU-KI-Verordnung: Anbieter großer KI-Modelle müssen diese Opt-outs beachten und eine Zusammenfassung ihrer Trainingsdaten veröffentlichen (seit 02.08.2025).
Meine TheseWenn die Datenbasis für KI-Systeme „das Internet“ ist und diese Zusammenhänge schwer fassbar sind, wären Konzepte ähnlich der Festplattenabgabe denkbar (?).
Daraus ergibt sich das Problem der Quellangabe (?).
Promptskönnten je nach Schöpfungshöhe geschützt sein. Praktisch bringt das wenig: Derselbe Prompt liefert jedes Mal ein anderes Bild – und aus dem Bild lässt sich der Prompt nicht erraten.
ChatGPT sagte 2023: „Als eine künstliche Intelligenz habe ich keinen rechtlichen Status“ – also gemeinfrei, wie lange? Heute regeln es die AGB: OpenAI überträgt den Nutzer*innen die Rechte am Output – „if any“.
„falls es welche gibt“
Auch bei Ähnlichkeit: Ein Stil ist keine „Schöpfung“ und damit nicht schützbar. Erst übernommene Werkteile verletzen Rechte.
!Zielgruppe Kinder
ChatGPT erst ab 13 – und unter 18 nur mit Erlaubnis der Eltern.
Eigene Lehre: Seminararbeit – Vorstufe zur Bachelorarbeit
Drei Arbeiten auffällig (Schlussfolgerung nach Literaturteil)
Studierende befragt
Zwei geben KI-Nutzung zu, eine sagt nein
Woran erkannt?
Gerechtigkeit?
Detektierbar?
Bild: Thomas Schroffenegger mit KI, Ende 2023
5.2 · Ein Gerichtsfall
Nur bedingt erkannt, aber??
😨
Bewerbung für ein Masterstudium an der TU München
2. Antritt – im Vorjahr abgelehnt
Abgelehnt wegen „detektierter“ (?) Verwendung von KI: Software meldet 45 % des Essays als „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ KI
45 %
Auffallend besser als im Vorjahr
Expertise der Expert*innen aus der Auswahlkommission?
VG München, 28.11.2023 (M 3 E 23.4371)
Eilantrag abgelehnt: Ein mit KI erstelltes Essay ist ein Täuschungsversuch. Typische Auffälligkeiten genügen als Anscheinsbeweis. Die Software war nur ein Indiz – entscheidend: Vergleich mit dem Vorjahres-Essay und zwei Gutachten. Eilverfahren, deutsches Recht.
Stimmt das? Ja: Das Gericht ließ den Anscheinsbeweis gelten. „Im Zweifel für den Angeklagten“ gilt im Strafrecht – hier ging es um ein Verwaltungsverfahren.
Keine Namen, kein Datum, kein Aktenzeichen. Und die verlinkte Quelle handelt von Text- und Data-Mining – nicht von Täuschung.
Screenshots: eigener Chat mit ChatGPT (Thomas Schroffenegger)
5.3 · Detektieren?
Schüler*innen verwenden KI – und nun?
Drei übertriebene Zukunftsbilder (2023 mit KI gemacht). Die eigentliche Frage ist nüchterner: Wenn Kinder KI nutzen – kann die Lehrperson das erkennen? Und soll sie das überhaupt?
Bilder: Thomas Schroffenegger mit Midjourney (midjourney.com – 2023 noch über Discord, heute auch im Browser)
5.3 · Detektieren?
Detektieren?
Ausschnitt vergrößert
… fehlerfrei? ;)
Lehrer*innen: „KI ist eine Katastrophe – wie soll ich wissen, wer schummelt?!“ Schüler*innen: …
„Es tut mir leid, aber als KI-Sprachmodell kann ich diese Aufgabe nicht erledigen. Ich kann Ihnen aber Hinweise geben, wie Sie an diesen Aufsatz herangehen.“ – Randnotiz: „ChatGPT – schreib die Aufgabe in deinen eigenen Worten neu.“
Screenshots: eigener Chat mit ChatGPT (Thomas Schroffenegger, Frühjahr 2024)
5.3 · Detektieren?
Detektieren?
→ DeepL → retour →
Beweisführung?
Zukünftig eher schwierig …
ChatGPT → DeepL Übersetzer → retour – Smodin.io …
Dreimal „Ja, stammt von mir“ – auch nach Übersetzung hin und zurück. ChatGPT hat kein Gedächtnis über andere Gespräche: Es kann das nicht wissen. Darum nie die KI fragen, ob ein Text des Kindes von ihr stammt.
Screenshots: eigene Chats mit ChatGPT (Thomas Schroffenegger, 2023)
5.3 · Detektieren?
KI-Detektoren: unzuverlässig
Test von 14 Erkennungsprogrammen (darunter Turnitin), Team um Debora Weber-Wulff (HTW Berlin), 2023, mit ChatGPT 3.5:
Bestes Programm: Genauigkeit
< 80 %
Programme über 70 % Genauigkeit
5 von 14
Maschinell umformulierter KI-Text: erkannt
26 %
Kennzeichnung: EU-KI-Verordnung, Art. 50
Seit 02.08.2026 müssen Anbieter KI-Bilder, KI-Videos und KI-Texte maschinenlesbar markieren; Deepfakes müssen offengelegt werden.
Für Systeme, die schon vorher am Markt waren: Markierung ab 02.12.2026.
Die Pflicht trifft Anbieter – nicht das Kind bei der Hausübung.
→Das heißt: Wird ein KI-Text umformuliert, erkennen die Programme nur etwa jeden vierten. Und manche Programme beschuldigen auch Menschen zu Unrecht – je nach Programm 0 bis 50 % Fehlalarme.
Gibt es deshalb zu wenig für eine Note, wird eine Prüfung angesetzt (eine Woche vorher angekündigt). Eine nicht offengelegte KI-Leistung kann eine vorgetäuschte Leistung sein – das Wort „KI“ steht nicht in der LBVO.
An Hochschulen (auch Pädagogischen): § 2a Abs. 3 HS-QSG nennt seit 2024 „die missbräuchliche Nutzung von Anwendungen Künstlicher Intelligenz“ ausdrücklich.
Englisch für 6- bis 10-Jährige: 49 Module, 599 Wörter, 13 Spiele
matholino.at
Jahrelange Entwicklung: Da sitzt jede Schraube am richtigen Platz
geometrie.org
Materialien und PrimGeo: einfache Konstruktionen für die Volksschule
GeoGraSim
Simulationen für Geografie: Erde, Klima, Karten – geograsim.at
Zum Vergleich: Typewriter
Seit 2002, ohne KI – zweifellos das durchdachteste Programm hier. Aber der Abstand wird immer kleiner.
Bildschirmfotos der öffentlichen Seiten, Oktober 2026 · alle von Thomas Schroffenegger, mit KI (Claude Code) programmiert, außer Typewriter (seit 2002)
6 · Mit KI gebaut
Simulationen und mehr
Der Sextant
Sonne „schießen“, Breite berechnen – am 17. 10. 2026 in einer einzigen Sitzung mit KI gebaut
Rheticus, Feldkirch
3D-Simulation der Stele am Domplatz mit Schattenwurf und wahrem Mittag
Tafelino-Cockpit
Vorlage „Arbeitsphase“ mit Hasen-Sanduhr – live zeigen
PrimGeo
Einfache Konstruktionen für die Volksschule
Slot
Datensparsamer Terminfinder – auch für Elternabende
AI LAB: Hilfestufen
Wie gestufte Hilfen funktionieren – zum Nachlesen
Bildschirmfotos der öffentlichen Seiten, Oktober 2026
6 · Arbeitsblätter und Lernspiele
Matholino: Arbeitsblätter mit KI
Größen begreifen: Länge, Gewicht, Zeit, Geld – je normal, leicht und sprachsensibel
Musik-KI macht aus „Brüche kürzen“ einen Pop-Song, einen Rap oder einen Schlager – Merksätze, die im Ohr bleiben.
Bilder zur Geschichte
Das Kind erfindet eine Geschichte, die KI malt die Bilder – und gemeinsam entsteht ein kleines Bilderbuch.
Ein eigenes Lernspiel
„Erstelle ein Lernprogramm als eine HTML-Datei zum Thema ‚Einmaleins mit 7‘ – mit Übungen, Sternen und Punkten.“
Die Idee dahinter
Das Kind bleibt Autor*in: Es denkt sich etwas aus, die KI hilft beim Umsetzen. Das ist das Gegenteil von „Abkürzen“.
Beispiele aus der Lehrer*innenfortbildung, eigene Darstellung
6 · Plötzlich geht viel mehr
Selbstwirksamkeit: der Dirigentenstab
Ich wollte einem Freund einen Dirigentenstab schenken, der Tempo und Schlagfigur misst. Zu kaufen gab es ihn nicht – also habe ich ihn mit KI selbst gebaut. Als Kind habe ich gebastelt, aber nicht im Entferntesten so etwas.
1
PlanMit der KI Bauteile verglichen: Mini-Platine mit Bluetooth und Bewegungssensor, kleiner Akku.
2
Bauen – selbstGriff in Tinkercad konstruiert und im 3D-Drucker gedruckt, alles selbst gelötet. Schwierigster Teil: die Stromversorgung, damit der Akku richtig geladen wird.
3
Programm und App – mit KIDie Handy-App zeigt Tempo, Taktart, Lautstärke (pp – ff) und wie genau die Figur ist – mit einer Comic-Blaskapelle, die mitspielt.
Rund 3 Stunden Arbeit samt allen Experimenten · Teile rund 50 € · September 2026 · Anleitung ↗
→Das heißt: Mit KI wird aus „Das gibt es nicht“ ein „Dann baue ich es eben“. Diese Erfahrung – ich kann etwas bewirken – heißt Selbstwirksamkeit. Sie ist einer der stärksten Faktoren für Lernerfolg.
„Erklär mir Schritt für Schritt, wie ich das löse – aber verrate die Lösung nicht. Frag mich nach jedem Schritt.“
Für Mathe, Grammatik, Physik
Der Prüfer
„Stell mir fünf Fragen zu diesem Thema und sag mir danach, was ich noch üben sollte.“
Vor Test und Schularbeit
Der Spiegel
„Was ist an meinem Text gut? Was kann ich verbessern? Schreib ihn nicht für mich um.“
Für Aufsatz und Referat
→Alle drei setzen das Tutor-Prinzip aus der Forschung um – Hinweise statt Lösungen, Fragen statt Antworten, Rückmeldung statt Umschreiben. Das Kind bleibt der Mensch, der denkt.
6 · Sieben Tipps
Sieben Tipps für den Familienalltag
Selbst ausprobieren – gemeinsam. Setzen Sie sich mit Ihrem Kind vor ChatGPT & Co. und schauen Sie, was passiert.
Erst denken, dann fragen. Hausübung zuerst selbst versuchen; KI als Tutor („verrate die Lösung nicht“).
Vokabeln abfragen lassenDie Hausübung komplett schreiben lassenEinen schwierigen Text einfacher erklären lassenEin Foto der Freundin hochladen und verändernLiebeskummer mit dem Chatbot besprechenFürs Referat recherchierenEin Lernspiel zum Einmaleins bauenEine Gesundheitsfrage stellen
Raffinierte „Prompt-Tricks“ braucht es kaum noch: Die KI ist gebaut, um Menschen zu verstehen – und fragt nach, wenn etwas unklar ist. Was bleibt, ist wichtiger als jeder Trick:
Begriffe und Sprache
Wer den richtigen Begriff kennt, kann genau sagen, was er will – und versteht, was die KI antwortet.
„Mach das schöner“ oder „Gliedere den Text in Einleitung, drei Argumente und Schluss“?
Strukturiert denken
Eine große Aufgabe in Schritte zerlegen, Zwischenergebnisse prüfen, Fehler finden: Das kann die KI nicht für uns lernen.
Der Dirigentenstab entstand Schritt für Schritt: Plan, Bauen, Programm, App.
Selbstwirksamkeit
„Ich kann das“ – mit KI kann diese Überzeugung enorm wachsen. Sie ist einer der stärksten Faktoren für Erfolg beim Lernen.
Stärkster von 50 untersuchten Faktoren für den Studienerfolg.
Wer die Begriffe hat, kann fragen. Wer fragen kann, kann bauen.
Quellen gesucht, gelesen und zusammengefasst – über 100 Belege,
Folien, Animationen und Handout gebaut,
die Papiertheater-Bilder erzeugt.
Claude (Anthropic) mit claude-research und Quality Point · Bilder: OpenAI-Bildmodell · Animation: Blender
Das habe ich gemacht
Idee, Aufbau und alle eigenen Beispiele,
jede Folie geprüft, verworfen, umgeschrieben,
die Verantwortung für jedes Wort hier.
✕
Eine Quelle ist weggefallen: Eine viel zitierte Metaanalyse zur Wirkung von ChatGPT auf das Lernen (Wang & Fan, 2025) wurde im April 2026 vom Verlag zurückgezogen – da hatten sie schon über 260 Arbeiten zitiert. In diesem Vortrag kommt sie deshalb nicht als Beleg vor.
→Das heißt: KI ist ein Werkzeug, kein Autor. Wer sie nutzt, sagt es dazu und prüft, was sie liefert – ich genauso wie Ihre Kinder.
Die Antwort ist nicht nur 42. Für sinnvolle Antworten braucht es die richtigen Fragen.
Fragen stellen, prüfen, entscheiden – das bleibt menschlich.
In „Per Anhalter durch die Galaxis“ rechnet ein Supercomputer 7,5 Millionen Jahre und antwortet: „42“. Das Problem: Niemand kannte die Frage genau.
Zum Schluss
Was nehmen Sie heute mit?
Wortwolke und Stimmungsampel aus den Antworten im Raum
Danke
Fragen und Gespräch
Begleiten statt verbieten. Erst denken, dann fragen. Und nie vergessen: Die Antwort ist nicht nur 42.
Folien, Fachartikel mit 50 Quellen, Handout und Glossar – alles auf der Begleitseite. Thomas Schroffenegger · PH Vorarlberg
Quellen
Quellen 1/10
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Quellen
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