Elternabend · St. Anton im Montafon

Familie & KI

Was Eltern 2026 wissen sollten – was KI ist, was sie kann, wo Chancen und Gefahren liegen

Thomas Schroffenegger
Pädagogische Hochschule Vorarlberg · 22. Oktober 2026
Bevor wir starten

Mitmachen – anonym und mit dem eigenen Handy

  1. Mit der Handy-Kamera den Code scannen – keine App, keine Anmeldung.
  2. Die Folien laufen am Handy mit. Zwischendurch gibt es Fragen, Schätzungen und ein Bilder-Rätsel.
  3. Fragen an mich jederzeit über „Hinweis“ – ich sehe sie und greife sie auf.
  4. Kein Handy? Kein Problem: Handzeichen zählen genauso.
Mitmach-Werkzeug: Quality Response (läuft auf dem Server der Begleitseite, ohne Konto, ohne Tracking)
Zum Aufwärmen

Was fällt Ihnen zu KI ein?

Wortwolke aus den Antworten im Raum
Kurze Umfrage

Und Sie? Wie oft nutzen Sie selbst KI?

Zum Vergleich – Österreich, Bevölkerung: generative KI in den letzten drei Monaten verwendet

→Zum Vergleich: In Österreich haben 2025 rund 40 % der Bevölkerung in den letzten drei Monaten generative KI verwendet – ein Jahr davor waren es 28 %.

Bärenthaler-Sieber u. a. (2025)↗
Fahrplan

Sechs Stationen durch den Abend

Teil 1

Was ist KI eigentlich?

Eine sehr lange Geschichte – von der Höhlenwand bis zum Chatfenster

1.1Vom Bild zum Buchstaben
1.2Vom Buch zum Netz
1.3Wie ein Sprachmodell antwortet
1.4Warum es sich irrt
November 2022

Vom Schock zur Frage

  • ChatGPT erreicht in zwei Monaten 100 Millionen Nutzer*innen – generative KI wird Alltagsinfrastruktur.
  • EU-KI-Verordnung 2024, UNESCO AI Competency Framework 2024, PH-Curricula 2025.
  • 2026: agentische Systeme – jetzt stehen ganze Berufsbilder zur Disposition.
  • Knapp vier Jahre später ist nicht mehr die Frage ob, sondern wie wir KI verantworten.

Standortbestimmung als Basis für die weitere Navigation:

Was ist ein LLM überhaupt?… und was ergibt sichaus dieser Erkenntnis?

Seekarte der Elbmündung mit Fahrrinne und Sandbänken, zwei orange Kreuze
Bildzitat: Ausschnitt aus der nationalen Seekarte 1220
These · Standortbestimmung

KI ist die letzte Evolutionsstufe eines „Informationssystems“

Weg von der Höhlenmalerei über Hieroglyphen, Alphabet, Buchdruck, Bibliothek, Memex, Hypertext und WWW bis zu KI-Sprachmodellen
Bilder: Höhlenmalerei
Zeichen und Ordnung: Alphabet, Code, Buchdruck, Bibliothek
Vernetzung: Web, semantisches Web, Sprachmodelle
These · Standortbestimmung · Kodierung

KI ist die letzte Evolutionsstufe eines „Informationssystems“

Höhlenmalerei: Höhle von Lascaux

17.000 und 15.000 v. Chr. – Höhlenbilder als frühe Kommunikation (Lascaux, Chauvet)

Pferd in Ocker und Schwarz an der Höhlenwand

Pferd · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Felswand einer Höhle mit dunklen Tierzeichnungen

Höhlenwand · Foto: Traumrune, gemeinfrei · Wikimedia Commons

Stiere und Pferde in Schwarz und Rot

Stiere und Pferde · gemeinfrei · Wikimedia Commons

Ong (2013)↗; Wikimedia Commons (o. J.)↗
These · Standortbestimmung · Kodierung

KI ist die letzte Evolutionsstufe eines „Informationssystems“

Frühformen: Höhlenmalerei & Piktogramme

  • Ab 3200 v. Chr.
  • Illustrationen und Piktogramme in Ägypten
  • 700 bis 1.000 verschiedene Schriftzeichen!

ursprünglich eine reine Bilderschrift.

Papyrus mit drei Frauen vor einem thronenden Gott, darüber Zeilen mit Hieroglyphen
Ong (2013)↗
These · Standortbestimmung · Kodierung

KI ist die letzte Evolutionsstufe eines „Informationssystems“

Phönizische Schrift

Aus der protosinaitischen Schrift entwickelt: 22 Zeichen für Laute statt 1.000 Zeichen für Objekte.

Zum Beispiel Aleph … Der Name des Buchstabens leitet sich von der stilisierten Darstellung eines Stierkopfes ab (hebräisch alef „Rind“) – mit zwei Hörnern.

Tabelle: Aleph in sechs Schriften, vom Stierkopf bis zum lateinischen A

Tabelle nach de.wikipedia.org, „Phönizische Schrift“ (CC BY-SA 4.0)

Oberer Ausschnitt einer farbigen Tabelle: Buchstaben in lateinischer, griechischer, phönizischer, hebräischer und arabischer Schrift

Das phönizische Alphabet (mittlere Säule) ist die Mutter verschiedener heutiger Alphabete – von links: lateinisch, griechisch, phönizisch, hebräisch, arabisch · gemeinfrei · Wikimedia Commons

These · Standortbestimmung · Kodierung

KI ist die letzte Evolutionsstufe eines „Informationssystems“

Mehr Zeichen mit weniger Bedeutung

Evolution diskreter Systeme · Rind = alef

Bild SymbolWeniger umfangreicher Zeichensatz
– für das Volk erlernbar
Lautschriftalef– für Maschinen erlernbar ASCII01100001 01101100 01100101 01100110

Zunehmend diskrete Repräsentation: Eine klar abgegrenzte, regelbasierte Darstellung einer Information, die sich durch eindeutige, nicht-kontinuierliche Elemente beschreiben lässt.

These · Standortbestimmung · die nächste Stufe der Schriftkultur

KI ist kein Bruch – KI ist die nächste Stufe – Dimension 1: Kodierung

Tabelle mit fünf Repräsentationsstufen von ikonisch bis binär, Zeichenvarianz von unendlich bis 2, daneben eine Pyramide von Schriftgelehrten über das Volk bis zur Maschine
Infografik: Thomas Schroffenegger mit NotebookLM (2026)
These · Standortbestimmung

KI ist kein Bruch – KI ist die nächste Stufe – Dimension 2: Strukturierung

Neun Stationen von Papyrus, Buch, Inhaltsverzeichnis, Sachregister, Zitat, Bibliothek, Hypertext, semantischem Web bis KI
Informationssystem:
✓Kodierung
?Strukturierung

Informationsgesellschaft

– Jedes Buch zeigt auf andere Bücher, Zitation

Bücher, die über Seitenverweise auf andere Bücher zeigen, und das Mega-Hypertext-System des Wissens
Infografik: Thomas Schroffenegger mit ChatGPT (2026)
Hier stehen wir also!

Semantic Web = Universalbibliothek mit automatisierten Hyperlinks

Infografik: von isolierten zu vernetzten Daten, Begriffsnetz aus Person, Organisation, Thema, Ort und Ereignis, Schichtenpyramide, Anwendungen und Beispiel Berlin–Deutschland–Europa
  • Memex (1945), Hypertext, World Wide Web: Der Link wird Teil des Textes.
  • Nächste Stufe nach Tim Berners-Lee (2001): ein Netz von Daten mit maschinenlesbarer Bedeutung statt von Dokumenten.
  • Gescheitert am Aufwand, alles von Hand zu beschreiben – nur in Teilen (z. B. Wikidata) umgesetzt.
Berners-Lee u. a. (2001)↗
These · Standortbestimmung

KI ist kein Bruch – KI ist die nächste Stufe – Dimension 2: Strukturierung

Alle neun Stationen von Papyrus bis KI und vollständig semantisches Web

Sprachmodelle lösen die offene Aufgabe anders: Bedeutung wird nicht von Hand beschrieben, sondern aus Texten gelernt (Wörter werden zu Vektoren). KI ist damit das semantische Web mit anderen Mitteln – daher das Fragezeichen bei Station 9.

Hier stehen wir also!

Wenn das gesamte vernetzte Wissen verfügbar ist und Schlussfolgerungen entlang aller Verknüpfungen gezogen werden können – wie viel von dem, was wir Kreativität nennen, ist nur das Aufheben notwendiger Schlüsse aus dem Netz?

Oder vielleicht ist es einfach schon sehr viel, wenn ein System (Bibliothek) alle Lösungen der Menschheit kennt und bereitstellen kann.

Die Informationsgesellschaft hat ihr Leitmedium gefunden!

Hier stehen wir – was nun?

These · Standortbestimmung

KI ist die letzte Evolutionsstufe eines „Informationssystems“

Weg von der Höhlenmalerei bis zu KI-Sprachmodellen
1.3 · Das Ratespiel mit dem nächsten Wort

Wie ein Sprachmodell antwortet

„Im Montafon liegt im Winter viel  “

Prozentwerte erfunden, zur Veranschaulichung

So funktioniert es

Das Modell berechnet für jedes mögliche nächste Wort eine Wahrscheinlichkeit – Wort für Wort, Satz für Satz.

Vaswani u. a. (2017)↗; Shanahan (2024)↗
1.3 · Ein neues Ding

Programmieren – oder trainieren?

Klassische Software

Eingabe→Regeln→Ausgabe

Ein Mensch schreibt die Regeln. Man kann nachlesen, warum der Taschenrechner 2 + 2 = 4 rechnet.

KI-Sprachmodell

Milliarden Beispiele→gelernt→Antwort

Die „Regeln“ entstehen beim Training selbst. Im Detail kann niemand nachlesen, wie eine Antwort zustande kommt – auch die Hersteller nicht.

→Das heißt: Was im Trainingsmaterial schief ist – Vorurteile, Lücken, Fehler –, steckt auch in den Antworten.

Shanahan (2024)↗; Bender u. a. (2021)↗
1.4 · Halluzinationen

Warum KI selbstsicher Falsches sagt

Wie bei der Schularbeit

Beim Multiple-Choice-Test bringt Raten mehr Punkte als „Ich weiß es nicht“. Sprachmodelle werden ähnlich bewertet – also raten sie lieber.

Der Trick: mehrmals fragen

Weichen die Antworten auf dieselbe Frage stark voneinander ab, rät das Modell vermutlich.

Fehlerrate beim Zusammenfassen von Texten – sie sinkt:

„… language models are optimized to be good test-takers …“

„… Sprachmodelle sind darauf optimiert, gute Testteilnehmer zu sein …“

Kalai u. a. 2025
!Für die Hausübung

Fakten, Zahlen, Zitate und Quellen immer nachprüfen. KI ist ein Gesprächspartner, kein Lexikon.

→Aber: Die Fehlerrate ist in den letzten Jahren deutlich gesunken (beim Zusammenfassen: GPT-4o 2024 rund 10 %, beste Modelle 2026 rund 2 – 3 %). Natürlich weiß KI längst mehr als wir – Fehler zu erkennen wird zunehmend ein elitäres Problem.

Kalai u. a. (2025)↗; Farquhar u. a. (2024)↗; Vectara (2026)↗
1.4 · Merksatz

Was KI ist – und was daran neu ist

KI ist …

  • ein Rechenverfahren, das gelernte Sprachmuster fortsetzt,
  • eine Bibliothek, die antwortet – mit allen Lücken ihrer Bücher,
  • erstaunlich gut im Formulieren, Übersetzen, Erklären.

Gar nicht neu ist …

  • dass sie irrt: Ein fehlerfreies Lexikon gab es nie – auch Bücher und Fachleute irren.
  • dass sie vertraut klingt: Scheinbare Nähe kennen wir von Radiostimmen, Serienfiguren und Influencer*innen.
  • die Frage, ob sie „weiß“: Für den Alltag zählt, ob die Antwort stimmt – und das prüft man wie immer.

Neu ist: Sie antwortet jedem, jederzeit, auf alles – persönlich und in Sekunden.

Shanahan (2024)↗; Andries & Robertson (2023)↗
1 · Der Mythos vom Halluzinieren

Auch in Büchern steht Quatsch

Falschinformation ist keine Erfindung der KI

Bücher, Zeitungen, Websites, Foren: Was Menschen aufgeschrieben haben, war nie garantiert richtig. Die KI hat mit allem gelernt – mit Klugem und mit Unsinn.

Darum gilt, was immer galt

Quellen prüfen, vergleichen, nachfragen. Eine KI ist kein Lexikon mit garantiert richtigen Einträgen – ein Lexikon war es übrigens auch nie ganz.

Neu ist nicht der Fehler – neu ist, wie überzeugend er klingt.

Bender u. a. (2021)↗; Kalai u. a. (2025)↗
Teil 1 · Schlussfolgerung

Die große Bibliothek

KI ist die Weiterführung der Bibliotheksidee – mit allen Versprechen und einem Preis

1.5Eine Bibliothek, die sich selbst gelesen hat
1.6Barrierefrei und inklusiv
1.7Every magic comes with a price
1.8Wem gehört die Bibliothek?
1 · Das große Versprechen

Eine KI hat – so das große Versprechen – das ganze Wissen. Sie hat sich selbst gelesen.

Darum kann sie es jedem und jeder so erklären, wie er oder sie es braucht: barrierefrei und inklusiv – in jeder Hinsicht.

Aber: „Das ganze Wissen“ ist nur, was in den Trainingsdaten stand – mit Lücken und Verzerrungen. Und wo sie nichts weiß, rät sie.

1 · Die positive Lesart

Inklusion: von der Reduktion zur Übersetzung

Bisher: reduzieren

Leichte Sprache, Braille, vereinfachte Fassungen – einmal festgelegt, für alle gleich.

Jetzt: übersetzen

  • Vorlesen und diktieren für Kinder mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten
  • Bilder beschreiben für blinde und sehbehinderte Menschen
  • Elternbriefe und Mitteilungen in die Familiensprache übertragen
  • Erklärungen so oft und so geduldig, wie ein Kind sie braucht

→Ein Forschungsüberblick zu generativer KI in assistiven Technologien (Fu u. a. 2025) sieht großes Potenzial – und benennt die Grenzen: Fehler, Verzerrungen, Datenschutz.

Fu u. a. (2025)↗
1 · Texte vereinfachen · ein Beispiel

Ein Text für jedes Kind

Original

Der Silvretta-Stausee liegt auf über 2.000 Metern Seehöhe an der Bielerhöhe. Er wird zur Stromerzeugung genutzt: Das gespeicherte Wasser treibt in den Kraftwerken weiter unten im Tal Turbinen an, die elektrische Energie erzeugen.

Für die Volksschule

Ganz oben in den Bergen gibt es einen großen See, den Silvretta-Stausee. Eine dicke Mauer hält das Wasser fest. Wenn man Strom braucht, fließt das Wasser durch Rohre ins Tal. Dort dreht es große Räder – und so entsteht Strom.

Leichte Sprache

Der Silvretta-See ist hoch in den Bergen.
Das Wasser macht Strom.
Das Wasser fließt ins Tal.
Dort dreht es Räder.
Die Räder machen Strom.

!So geht’s

„Schreib diesen Text in drei Versionen: Original, für ein Kind der 2. Klasse, in Leichter Sprache.“ – Dann gemeinsam prüfen: Stimmt noch alles?

Beispieltext: eigene Darstellung
1 · Aber

„Every magic comes with a price.“

„Jeder Zauber hat seinen Preis.“

One App to rule them all – und wir mieten das Werkzeug, statt es zu besitzen („Lieferantisierung“).

Zitat aus der Fernsehserie „Once Upon a Time“

1 · Die sachliche Lesart

One App to rule them all

ÜÜbersetzen
ZZusammenfassen
RRecherchieren
BBilder
PProgrammieren

Früher zehn Programme – heute ein Chatfenster.

→Das heißt: Wer mit einem Chatbot umgehen kann, hat einen Universalschlüssel. Wer es nicht kann – oder ihn sich nicht leisten kann –, bleibt vor vielen Türen stehen.

1 · Ein Beispiel aus meinem Alltag

Die Website, die wir nicht mehr mieten

Das Thematische Netzwerk Geometrie hatte eine Website bei einem Baukasten-Anbieter, mit Jahresabo. Mit KI habe ich sie neu gebaut. Sie läuft jetzt auf dem Server, den die PH ohnehin betreibt.

Startseite der bisherigen Website: Titel Thematisches Netzwerk Geometrie, Menü Start, Blog, Materialien, Wir, darunter Fotos von Geodreieck und Zirkel

Vorher: Baukasten im Abo

Fertige Vorlage, gemietet – laut Netzwerk über 300 € im Jahr.

netzwerkgeometrie.at ↗
Startseite der neuen Website: Überschrift Raumgeometrie – Ideen und Materialien, Zeichnung eines Hauses im Raum, Knöpfe Materialien nach Kategorien und nach Lehrplan

Nachher: mit KI selbst gebaut

Eigenes Design, eigene Suche, Materialien nach Lehrplan – ohne Lizenzkosten.

start.ph-vorarlberg.at/netzwerk-geometrie ↗

→Das heißt: Wofür man früher einen Dienstleister oder ein Abo brauchte, erledigt heute oft eine Person mit KI. Die Arbeit verschwindet nicht – sie wandert zu dem, der das Werkzeug bedienen kann.

Eigenes Projekt, Thematisches Netzwerk Geometrie (2026); Kostenangabe des Netzwerks
1 · Lieferantisierung in Zahlen

Wo KI schon Dienste ablöst

Rückgang nach dem Start von ChatGPT (Ende 2022) – jeweils gemessen an einer klaren Vergleichsgröße:

Aber nicht überall

Der Zahlungsdienst Klarna ersetzte Kundenservice durch KI – und holte 2025 wieder Menschen, weil die Qualität litt.

Der Arbeitsmarkt insgesamt zeigt bisher keinen Einbruch (USA, Dänemark). Am stärksten trifft es Berufseinsteiger*innen.

→Das heißt: Ersetzt wird zuerst, was man in ein Chatfenster tippen kann – nachfragen, nachschlagen, übersetzen, einfache Texte. Wer nur das anbietet, verliert Kundschaft.

Stack Exchange (2026)↗; Chegg (2026)↗; Society of Authors (2024)↗; Demirci u. a. (2025)↗; Chapekis (2025)↗; Ivanova (2025)↗; Gimbel u. a. (2025)↗; Humlum (2025)↗
1 · Die negative Lesart

Wer bezahlt die KI?

Neue SchriftstufeÖffentliche Antwort
BuchdruckBibliotheken, Volksbildung, Pflichtschule
Hypertext, WebWikipedia, freie Software, Creative Commons
KI? – bisher: Abo

Eigene Erhebung, PH Vorarlberg, Mai 2026

101 angehende Lehrer*innen (keine Zufallsstichprobe): 87 % nutzen ChatGPT regelmäßig, 52 % zahlen privat dafür, 59 % haben aus Kostengründen schon auf ein Werkzeug verzichtet. Hochschule oder Dienstgeber als Bereitsteller nannte niemand.

Wer zahlt, hat das bessere Werkzeug. Das ist eine neue Bildungsschere.
Eigene Erhebung (Schroffenegger, PH Vorarlberg, Mai 2026, n = 101, unveröffentlicht)
1 · Wie ich mir die Zukunft vorstelle

Meine Vision: KI wie eine Bibliothek

Scherenschnitt eines Bergdorfs mit einer hell erleuchteten Bibliothek, auf die Kinder zugehen
  • Öffentlich zugänglich – für jedes Kind, unabhängig vom Geldbeutel der Eltern.
  • Offen und kontrollierbar – wie das Schweizer Modell Apertus (ETH, EPFL, 2025), trainiert in über 1.800 Sprachen, auch Rätoromanisch.
  • Datenschutz vor Ort – die PH Vorarlberg baut dafür ein KI-Labor mit eigener Hardware.
  • Mit Menschen dazwischen – Lehrer*innen und Eltern, die begleiten.
Apertus (2025)↗
1 · Einordnung

Und was hat das mit unseren Kindern zu tun?

Nur am Rand …

Bibliothek, App-Monopol, Abo-Modell: Das ist eine grobe gesellschaftliche Einordnung – Politik, Wirtschaft, Bildungssystem.

… aber doch

Unsere Kinder wachsen in genau diese Welt hinein. Wir müssen sie fit dafür machen – so, wie wir sie für andere mächtige Werkzeuge fit machen.

Teil 2

Fit machen – wie fürs Stanley-Messer

Gefährliche Werkzeuge, wunderbare Werkzeuge – und was Kinder heute schon mit KI tun

2.1Stanley-Messer und Fahrrad
2.2Unsere Kinder sind schon unterwegs
2.3Die Verkehrsregeln: Gefahren
2.4Was es kostet
2 · Ein gefährliches Werkzeug

Das Stanley-Messer in der Volksschule

  • Eine gefährliche Waffe – und ein wunderbares Werkzeug.
  • Es liegt nicht in jeder Schublade zu Hause.
  • Gerade deshalb machen wir es im Werkunterricht zum Thema: zeigen, üben, vorsichtig verwenden.
  • Niemand käme auf die Idee, Kinder einfach allein damit basteln zu lassen – oder es ganz zu verbieten.
Scherenschnitt: Werkbank mit Cuttermesser und Schneidematte, daneben ein Kinderfahrrad mit Helm

→Das heißt für KI: nicht verbieten, nicht allein lassen – sondern zeigen, üben, begleiten.

2 · Ein gefährlicher Ort

Und trotzdem fahren unsere Kinder Rad

Österreich 2025
0

Verkehrstote – der höchste Wert seit 2019 (2024: 351, 2023: 402).

Österreich 2025
0

Verletzte – im Schnitt 129 pro Tag, davon 22 schwer.

Kinder 0 – 14, 2025
> 3.500

verletzte Kinder, 8 getötet; 810 davon verunglückten mit dem Fahrrad, 646 mit dem E-Scooter.

Und doch: die Radfahrprüfung

Mit Radfahrausweis dürfen Kinder ab 10 Jahren allein fahren – oder ab 9, wenn sie die 4. Schulstufe besuchen. Ohne Ausweis erst ab 12 allein. Die Prüfung organisiert meist die Volksschule.

Genau so bei KI

Wir sperren die Kinder nicht weg vom Verkehr. Wir üben, erklären die Regeln, setzen einen Helm auf – und fahren am Anfang mit.

Statistik Austria (2026)↗; StVO (2026)↗, § 65
2 · Schätzfrage

Schätzen Sie: Wie viele nutzen KI-Chatbots?

Österreich: Saferinternet.at, n = 500, 11 – 17 Jahre, Okt./Nov. 2025 · Deutschland: KIM-Studie, n = 1.225 Kinder, 6 – 13 Jahre, Herbst 2024 · nicht direkt vergleichbar

→Das heißt: Im Volksschulalter ist KI noch die Ausnahme – ab etwa 11 Jahren ist sie Alltag. Dazwischen liegt das Zeitfenster, in dem Eltern begleiten können.

Saferinternet.at (2026)↗; mpfs (2025b)
2 · Wie viele, wie oft

Vom Ausprobieren zur Gewohnheit

Schon einmal KI/ChatGPT genutzt

Oberösterreich 11 – 18 J., 2023
24 %
Oberösterreich 11 – 18 J., 2025
59 %
Deutschland 12 – 19 J., 2024
57 %
Deutschland 12 – 19 J., 2025
84 %

Oö.: Jugend-Medien-Studie, n = 500 · Deutschland: JIM-Studie, n = 1.200

24 % täglich

So viele 11- bis 17-Jährige in Österreich nutzen ChatGPT jeden Tag (n = 500, 2025).

Eltern ahnen weniger

USA, 1.458 Teens und ihre Eltern (2025): 64 % der Teens nutzen Chatbots – aber nur 51 % der Eltern sagen das über ihr Kind. Nur gut die Hälfte hat darüber gesprochen.

Education Group (2025)↗; mpfs (2025a); Saferinternet.at (2026)↗; McClain u. a. (2026)↗
2 · Wofür

Wofür Jugendliche KI nutzen

Österreich, 11 – 17 Jahre, n = 500 (2025)

Schule, Hausaufgaben
73 %
Sorgen und Probleme besprechen
31 %
KI als „eine Art Freund*in“
29 %
freundschaftliche Gespräche
24 %
romantische Gespräche
19 %

Oberösterreich, 11 – 18 Jahre

34 % der KI-Nutzer*innen lassen sich komplette Lösungen erstellen – neben Infosuche (63 %) und Begriffserklärung (61 %).

52 % vertrauen auf korrekte Antworten – 40 % prüfen sie selten oder nie.

→Das heißt: KI ist für Jugendliche Werkzeug, Ratgeber und Gesprächspartner zugleich – nicht nur ein „Hausübungsautomat“.

Saferinternet.at (2026)↗; Education Group (2025)↗
2 · KI-Begleiter

KI als Freund*in?

Niemand versteht mich. Meine Freundin redet nicht mehr mit mir.
Das klingt wirklich schwer. Ich bin immer für dich da – du kannst mir alles erzählen. 💛

Nachgestelltes Beispiel, eigene Darstellung

USA, 13 – 17 Jahre, n = 1.060 (2025)

72 % haben KI-Begleiter (z. B. Character.AI, Replika) genutzt, 52 % regelmäßig, 13 % täglich. Ein Drittel hat für ernste Gespräche die KI statt eines Menschen gewählt.

Das Problem

Chatbots sind immer verfügbar, nie müde – und neigen dazu, recht zu geben. Sie klingen einfühlsam, können aber nicht verantwortlich handeln („Empathielücke“).

Robb & Mann (2025)↗; Kurian (2025)↗; klicksafe (2026)↗
2 · Abstimmung

Soll mein Kind „bitte“ und „danke“ zu ChatGPT sagen?

Mein Standpunkt

Ja. Nicht wegen der Maschine, sondern wegen des Kindes: Wie wir sprechen, prägt, wer wir sind – auch gegenüber Technik.

Und die Kinder selbst?

Eine Befragung von Volksschulkindern in Schottland zeigt: Sie finden es von sich aus falsch, unhöflich zu einem Sprachassistenten zu sein.

Andries & Robertson (2023)↗
Teil 2 · Die Verkehrsregeln

Die Verkehrsregeln: Gefahren kennen

Lernen ohne Denken, Fakes, Datenschutz – und Maschinen, die Gefühle spielen

4.1Die Abkürzung
4.2Echt oder Fake?
4.3Datenschutz
4.4Seele und Strom
2 · Lernen ohne Denken

Die Abkürzung, die sich rächt

Feldexperiment mit rund 1.000 Gymnasiast*innen in Mathematik (GPT-4). Drei Gruppen:

Aohne KI (Vergleich)BChatGPT freiCKI-Tutor, gibt nur Hinweise

Ergebnis im Vergleich zu Gruppe A

Üben: B mit ChatGPT frei
+48 %
Üben: C mit KI-Tutor
+127 %
Prüfung ohne KI: Gruppe B
−17 %
Prüfung ohne KI: Gruppe C
≈ 0

Fazit: wie eine Krücke

Mit freiem ChatGPT übt man besser – und schneidet in der Prüfung ohne KI schlechter ab als ganz ohne KI. Der Tutor, der nur Hinweise gibt, verhindert diesen Einbruch weitgehend.

!Faustregel

Erst selbst denken, dann die KI fragen. Nie umgekehrt.

→Die OECD bestätigt 2026: Der Vorteil durch Chatbots verschwindet in Prüfungen ohne KI und kehrt sich teils um.

Bastani u. a. (2025)↗; OECD (2026)↗
2 · Was die Forschung (noch) nicht weiß

Denkfaul durch KI?

Experiment · 117 Studierende

Bessere Aufsätze, kein Wissen

Mit ChatGPT wurden die Texte am besten – Wissenszuwachs und Transfer aber nicht. Die Forscher*innen sprechen von „metakognitiver Faulheit“.

Befragung · 666 Personen

Auslagern statt denken

Wer häufig KI nutzt, zeigt weniger kritisches Denken – am deutlichsten bei 17- bis 25-Jährigen. Nur ein Zusammenhang, kein Beweis für Ursache.

Preprint (MIT) · 54 Erwachsene

Weniger Gehirnaktivität

Beim Schreiben mit ChatGPT war die Vernetzung im Gehirn (EEG) am schwächsten; viele konnten ihren eigenen Text kaum zitieren.

1 von 27 „KI hilft“-Vergleichen einer großen Metaanalyse war methodisch sauber.

→Das heißt: Die Warnzeichen sind deutlich, die Beweislage ist noch dünn. Selbst eine viel zitierte Metaanalyse wurde 2026 zurückgezogen; von 27 „KI hilft“-Vergleichen in einer anderen war nur einer methodisch sauber.

Fan u. a. (2025)↗; Gerlich (2025)↗; Kosmyna u. a. (2025)↗; Lawson u. a. (2026)↗
2 · Einordnung

Darum geht es eigentlich: die Welt verstehen

Es geht nicht darum, …

  • ob KI gut oder böse ist – sie ist faktisch da.
  • ob KI ein gutes Lehr-Lern-Mittel ist.
  • ob man mit der Hand mehr lernt als mit der Maschine.

Das sind wichtige Fragen – die Antworten wollen wir kennen. Aber sie sind nicht der Kern.

Schule ist dazu da, die Welt zu verstehen.

Wer in der Schule so tut, als gäbe es KI nicht, bereitet Kinder auf eine Welt vor, die es nicht mehr gibt.

„Non vitae, sed scholae discimus.“

„Nicht für das Leben, sondern für die Schule lernen wir.“

Seneca, Briefe an Lucilius 106,12 – als Klage über die Schule seiner Zeit

→Das heißt: Wer KI aus der Schule aussperrt, landet wieder bei Senecas Lateinschule – man lernt für die Schule und nicht für das Leben.

2 · Einordnung

KI ist keine Lernsoftware – sie ist ein Werkzeug

Der Umgang mit KI muss gelernt werden. Die Studien beschreiben meist spezielle Szenarien. Wer etwas lernen will, dem helfen auch Abkürzungen:

BBuchstatt selbst entdecken
KLandkartestatt den Weg erwandern
WWörterbuchstatt Vokabeln raten
÷Taschenrechnerstatt Kopfrechnen – das verlernt man
KIChatbotdie nächste Abkürzung

Was sind die Future Skills – was brauchen wir noch, trotz KI?

Prüfen unsere Prüfungen überhaupt noch die richtigen Dinge?

Volksschule: Kulturtechniken, klar. Aber Sekundarstufe I?

2 · Einordnung

Kritisches Denken: kein Befund, sondern ein Auftrag

„Wer häufig KI nutzt, zeigt weniger kritisches Denken“ heißt: Wir müssen uns mehr darum kümmern. Und es steht längst im Lehrplan:

So viele Absätze enthalten das Wort „kritisch“ (eigene Zählung):

22×Volksschule

„… 4K-Modell …: Kommunikation, Kollaboration, Kreativität und kritisches Denken.“ Leitvorstellungen

„… am Ende der Grundschule befähigt …, kritisch zu urteilen und selbstständig weiter zu lernen.“ Kompetenzorientierung

„Medieninhalte und Mediengestaltungen kritisch bewerten.“ Medienbildung

59×Mittelschule

„… Schülerinnen und Schüler zu kritischem Denken angeregt werden.“ Kompetenzorientierung

„Medieninhalte kritisch hinterfragen und die damit verbundenen Interessen erkennen“ Medienbildung

„… die Grenzen und Möglichkeiten von Künstlicher Intelligenz reflektieren.“ Digitale Grundbildung, 4. Klasse

→Getestet wird bei iKM PLUS aber Deutsch, Mathematik und Englisch – kritisches Denken, Medien- und KI-Kompetenz nicht. Was nicht geprüft wird, gerät leicht in Vergessenheit.

Lehrplan VS (2023)↗; Lehrplan MS (2023)↗; iKM PLUS (2025)↗; Gerlich (2025)↗
2 · Einordnung

Matura ohne Tastatur?

Man kann in Österreich maturieren, ohne je gelernt zu haben, effizient und ergonomisch mit der Tastatur zu schreiben.

Handschrift: Pflicht

Volksschule: „in einer der österreichischen Schulschrift angenäherten Form ab- und aufschreiben“ – in Druck- und verbundener Schrift.

Tastatur: freiwillig

Das Zehnfingersystem steht nur in der unverbindlichen Übung bzw. dem Freigegenstand „Textverarbeitung“ – wenn eine Schule sie anbietet. In Digitaler Grundbildung, Deutsch und AHS-Oberstufe: kein Wort.

Meine These: Handschrift deckt kaum einen Bruchteil dessen ab, was in Österreich täglich geschrieben wird. Das ist eine fatale Situation.
Lehrplan VS (2023)↗; Lehrplan MS (2023)↗
2 · Einordnung

Ingenieurin oder Ingenieur? Die Entscheidung fällt früh

Fachkräftemangel 2026
78%

der Betriebe sind betroffen, rund 155.000 offene Fachkräfte-Stellen; Elektrotechnik zählt zu den am schwersten besetzbaren Berufen (Befragung von 2.132 Betrieben).

Technische Schulen 2024/25
28,7%

Mädchenanteil in technisch-gewerblichen Schulen (HTL und Fachschulen). An Universitäten: Informatik 22,2 % Frauen.

Lehre 2025
31,9%

der Lehrlinge sind Mädchen; bei Burschen führt Elektrotechnik, bei Mädchen Einzelhandel, Büro, Friseurin.

Die Weiche zu HTL, Lehre oder AHS stellt sich nach der 8. Schulstufe – mit 14, nicht mit 18. Ohne Kenntnis der Technologien ist diese Entscheidung nicht fair.

Dornmayr & Riepl (2026)↗; Bildung in Zahlen (2026)↗; BMFWF (2025)↗; WKO (2026)↗; SchUG (2026)↗, § 28
2 · Mitmachen

Echt oder Fake? Sechs Bilder aus der Region

Bild 1: Blick auf ein Alpendorf mit Kirche und Holzhäusern
Bild 2: Türkiser Stausee zwischen grünen Berghängen
Bild 3: Stausee mit Staumauer und Schotterweg vor felsigen Gipfeln
Bild 4: Blick von oben durch Fichten auf einen Talboden mit Dorf
Bild 5: Weiße Dorfkirche mit Friedhof und schmiedeeisernen Kreuzen
Bild 6: Innenraum einer hellen Dorfkirche mit Altar und Holzbänken
Fotos: Wikimedia Commons (Lizenzen in der Auflösung)↗ · KI-Bilder: OpenAI gpt-image-1
2 · Was Studien zeigen

Wir erkennen Fakes kaum noch

Gesichter · USA · n = 315
0%

Treffer beim Unterscheiden von echten und KI-Gesichtern – reines Raten wären 50 %. Nach Training: 59 %. KI-Gesichter wirkten sogar vertrauenswürdiger.

Bilder · USA, DE, China · n = 3.002
< 50%

Auch repräsentativ befragt: Bei Bildern liegen Menschen unter Zufallsniveau. KI-Inhalte gelten eher als „echt“.

Stimmen · n = 604
≈ 0%

der Stimmklone wurden für die echte Person gehalten. Ein paar Sekunden Audio genügen für einen Klon.

!Familien-Codewort

Vereinbaren Sie ein Wort, das nur die Familie kennt. Ruft „die Tochter“ in Not an und will Geld: nach dem Codewort fragen – oder auflegen und zurückrufen.

Nightingale & Farid (2022)↗; Frank u. a. (2024)↗; Barrington u. a. (2025)↗
2 · Ernstes Thema

Deepfake-Nacktbilder: das unterschätzte Risiko

USA, 13 – 20 Jahre, n = 1.200 (2024)

13 % kennen jemanden, von dem als Minderjährige*r gefälschte Nacktbilder erstellt wurden. 6 % waren selbst betroffen. 19 % halten das Erstellen für legal.

Internet Watch Foundation

2025: 3.443 KI-generierte Missbrauchsvideos (2024: 13), 65 % davon in der schwersten Kategorie.

Was Eltern tun können

  • Früh darüber reden – nur ein Drittel der Betroffenen wendet sich an die Eltern.
  • Klarmachen: Wer so etwas erstellt oder teilt, macht sich strafbar (§ 207a StGB – ausdrücklich auch KI-Fälschungen).
  • Kinderfotos sparsam und nicht öffentlich teilen.
  • Hilfe holen: Rat auf Draht 147, Meldung anonym an die Stopline.
Thorn (2025)↗; IWF (2026)↗; StGB (2026)↗, § 207a; Rat auf Draht (2026)↗; Stopline (2026)↗
2 · Datenschutz

Was in den Chat gehört – und was nicht

0%

der 11- bis 17-Jährigen in Österreich glauben, ihre Eingaben seien vertraulich. Genauso viele vertrauen der KI intime Inhalte an.

Ab 14 Jahren

dürfen Kinder in Österreich selbst in Online-Dienste einwilligen (§ 4 DSG). Viele Anbieter verlangen darunter die Zustimmung der Eltern.

Nicht in den Chat

  • Namen, Adressen, Telefonnummern
  • Fotos von sich und anderen
  • Gesundheitsdaten, Zeugnisse, Passwörter
  • Geheimnisse von Freund*innen

Eingaben werden meist außerhalb Österreichs verarbeitet. In den Einstellungen: „Für das Training verwenden“ ausschalten.

Saferinternet.at (2026)↗; DSG (2019)↗
2 · Seelische Gesundheit

Wenn die KI zum Seelentröster wird

USA, 12 – 21 Jahre, n = 1.058 (2025)

13,1 % holen sich bei KI Rat zu psychischen Problemen, bei 18- bis 21-Jährigen 22,2 %. Fast alle (92,7 %) finden ihn hilfreich.

„AI is a tool, not a companion.“

„KI ist ein Werkzeug, kein Begleiter.“

Grundmeier u. a. 2026, Pediatrics – Review von 55 Arbeiten

Die US-Psycholog*innen (APA 2025) empfehlen

  • klare Grenzen bei „simulierten Beziehungen“ – und den Hinweis, dass es ein Bot ist,
  • Jugendschutz-Einstellungen statt Erwachsenen-Design,
  • Eltern stärken und KI-Kompetenz vermitteln.

In der Krise: Rat auf Draht 147 – rund um die Uhr, kostenlos, anonym.

McBain u. a. (2025)↗; Grundmeier & Fiks (2026)↗; APA (2025)↗
2 · Die andere Seite

Seelentröster: was dafür spricht

Studie mit Kontrollgruppe · 210 Erwachsene

Gemessen: Rückgang der Beschwerden nach 8 Wochen

−51%

Depressionssymptome nach 8 Wochen mit dem Therapie-Chatbot „Therabot“; Angst −31 %.

Nur Erwachsene, Fachleute mussten 15-mal eingreifen.

Jugendliche 13 – 17 · 141

Gemessen: Chatbot gegen Gruppentherapie – wie viele hielten durch?

≈

Ein Chatbot (Woebot) war einer Gruppen-Verhaltenstherapie nicht unterlegen – und wurde öfter durchgehalten (93 % gegenüber 81 %).

Vom Hersteller finanziert.

Österreich · 11 – 17 · 500

Befragt: Wer spricht mit KI über Sorgen?

31%

besprechen Sorgen mit KI; einem Viertel fällt das leichter als mit Menschen.

18 % fühlten sich durch eine Antwort schon unwohl.

→Das heißt: Gut gebaute Chatbots können entlasten – über 15 Studien hinweg zeigt sich ein mittlerer Effekt auf Depression (g = 0,64). Sie ersetzen aber keine Vertrauensperson und keine Therapie.

Heinz (2025)↗; Gleason (2025)↗; Saferinternet.at (2026)↗; Li (2023)↗
2 · Energie

Was KI an Strom kostet

0TWh

verbrauchten Rechenzentren weltweit 2024 – rund 1,5 % des gesamten Stroms (Internationale Energieagentur). Bis 2030 könnten es mehr als doppelt so viel werden (ca. 945 TWh).

Und meine Frage an ChatGPT?

Eine einzelne Textanfrage braucht wenig Strom. Bilder und vor allem Videos brauchen ein Vielfaches. Die Summe macht’s – und das Training großer Modelle.

→Das heißt: Bewusst nutzen statt aus Langeweile Bilder und Videos „erzeugen“ zu lassen – ein guter Anlass für ein Gespräch über Ressourcen.

IEA (2025)↗
2 · Rechnen wir nach

Text, Bild, Video: Strom pro Anfrage

Textfrage

≈ 0,3Wh

typische ChatGPT-Antwort (Schätzung); Google misst für eine mittlere Gemini-Frage 0,24 Wh

Bild

≈ 0,6 – 3Wh

je nach Modell und Qualität – bis rund 10 Textfragen

Video, 5 s

≈ 944Wh

3,4 Mio. Joule mit dem offenen Modell CogVideoX – rund 3.150 Textfragen

1 Punkt = 1 Textfrage · Klick: Bild · Klick: Video

→Das heißt: Ein kurzes KI-Video braucht so viel Strom wie über 3.000 Textfragen. Wer sparen will, spart bei Videos und Bildern – nicht beim „Bitte“.

You (2025)↗; Elsworth u. a. (2025)↗; Luccioni u. a. (2024)↗; O’Donnell & Crownhart (2025)↗
2 · Beispielrechnungen

Was ist eine Textfrage im Alltag?

Handy einmal voll laden

≈ 64

5.000 mAh × 3,85 V ≈ 19 Wh

1 Liter Wasser kochen

≈ 330

1 kg × 4,19 kJ/(kg·K) × 85 K ≈ 99 Wh

10 Minuten warm duschen

≈ 8.700

80 l × 4,19 kJ/(kg·K) × 28 K ≈ 2,6 kWh

Eine Familie, ein ganzes Jahr

≈ 3 Duschen

4 Personen × 20 Fragen × 365 Tage × 0,3 Wh ≈ 8,8 kWh

→Das heißt: Fürs eigene Stromkonto ist eine Textfrage fast nichts. Das Problem ist die Summe von Milliarden Anfragen weltweit – und ein einziges 5-Sekunden-Video entspricht schon gut einem Drittel einer Dusche.

Eigene Beispielrechnungen mit 0,3 Wh je Textfrage nach You (2025)↗; Annahmen in den Notizen
Teil 3

Wie gut ist KI wirklich?

Besser als wir – in erstaunlich vielen Bereichen. Was heißt das für Schule und Beruf?

3.1Wie intelligent ist das Ding?
3.2Medizin, Mathematik, Forschung
3.3Lernen und Nachhilfe
3.4Was das für unsere Kinder heißt
3 · Etwas über KI lernen

Was bedeutet „etwas über KI lernen“?

Ich möchte wissen, wie ich ein KI-System einsetze.

Ich habe eine Lösung – aber sie passt nicht zum Problem?

Hauptprobleme:
– wenig Wissen zu den Möglichkeiten
– kaum Fantasie zu den Anwendungsfällen
– kaum Kenntnis der Grenzen
3 · Zusammenfassend

KI-Bots können Inhalte zeitlich gliedern, Texte erstellen und Bilder generieren.

Anmerkung: Qualität wird zunehmend zu einem seltenen, elitären Problem.

Wie intelligent ist das Ding? Und was ist überhaupt Intelligenz?

3 · Wo KI Weltspitze ist

Weltspitze: Was KI schon geschafft hat

Zehn Jahre, in denen Maschinen eine menschliche Bestleistung nach der anderen eingeholt haben – vom Brettspiel bis zur Forschungsmathematik.

Brettspiel Go
4 : 1

AlphaGo schlägt Weltmeister

Lee Sedol verliert vier von fünf Partien. Go galt als zu komplex für Computer.

Nobelpreis Chemie
200Mio.

AlphaFold

Sagt die Form fast aller bekannten Eiweiße voraus – Nobelpreis für Hassabis und Jumper.

Mathe-Rekord
48statt 49

Schneller rechnen

AlphaEvolve braucht für 4×4-Matrizen eine Multiplikation weniger – der Rekord stammte von 1969.

Programmier-WM
12/ 12

Alle Aufgaben gelöst

OpenAI beim ICPC-Weltfinale; das beste von 139 Studierenden-Teams schaffte 11.

Forschung
80Jahre

Erdős-Vermutung widerlegt

Ein OpenAI-Modell widerlegt eine Vermutung von 1946 – von Mathematiker*innen geprüft.

Mathe-Olympiade
42/ 42

Volle Punktzahl

Zwei KI-Systeme erreichen alle Punkte. Von 666 Jugendlichen schafften das 7.

→Das heißt: In klar abgegrenzten Aufgaben mit eindeutiger Lösung ist KI heute Weltspitze. Fast alle Angaben stammen von den Firmen selbst – geprüft haben sie aber oft unabhängige Fachleute.

Silver u. a. (2016)↗; Nobel (2024)↗; Novikov u. a. (2025)↗; Willison (2025)↗; Howlett (2026)↗; AFP (2026)↗
3 · Wo KI Weltspitze ist

Die „letzte Prüfung der Menschheit“

„Humanity’s Last Exam“: 2.500 Fragen von Fachleuten aus über 100 Fächern – bewusst so ausgewählt, dass die KI von Anfang 2025 sie nicht lösen konnte. Wie viel Prozent schafft die beste KI?

Was heißt das?

In nicht einmal zwei Jahren von fast nichts auf mehr als die Hälfte – bei Fragen, an denen auch Fachleute anderer Gebiete scheitern.

Bei einem schweren Mathe-Test (FrontierMath) ging es ähnlich: zum Start unter 2 %, im Herbst 2026 fast alles gelöst.

→Das heißt: Kaum ist ein Test erfunden, der die KI überfordert, ist er schon wieder zu leicht. Ranglisten unterscheiden sich je nach Testvariante – die Richtung ist überall dieselbe.

CAIS (2026)↗; Phan u. a. (2025)↗; Glazer u. a. (2024)↗
3 · Ein Test aus dem Alltag · 2024

Wie intelligent ist das Ding? Das Panda-Eis

Chat mit Copilot: Frage nach der Kernaussage eines Bildes, das eine Panda-Eis-Verpackung neben dem geschmolzenen Eis zeigt, darunter die Bildbeschreibung

Frage: „Was wird auf diesem Bild gezeigt, was ist die Kernaussage des Bildes?“

„Die Kernaussage des Bildes scheint die oft humorvolle oder enttäuschende Diskrepanz zwischen Produktverpackung und dem tatsächlichen Produkt selbst hervorzuheben.“
Eigener Test mit Copilot, 2024
3 · Ehrlich …

Ehrlich … Fürchtet euch nicht?

Engel mit Flügeln und Heiligenschein über einer Menschenmenge, in Art eines alten Gemäldes
Frage an ChatGPT: Wieviel Prozent der Menschheit haben eine bessere Allgemeinbildung als du?
Mai 2023„0 %“ Oktober 2023„Es ist schwierig zu sagen …“ 2024„Als KI-Modell … ist die Frage nicht direkt beantwortbar.“
Antwort von ChatGPT 2024: Als KI-Modell besitze es umfassendes Wissen, die Frage sei aber nicht direkt beantwortbar

Im Grunde waren alle überrascht. Wie misst man diese Intelligenz?

Eigene Tests mit ChatGPT, 2023 – 2024
3 · Medizin

Wie gut wirklich?

Logo Der Standard
Zeitungsartikel mit Stethoskop und Spritze: Dr. ChatGPT übertrifft Ärzte bei der Diagnose im Alleingang
09/202311/2024
Ärzteblatt: ChatGPT einfühlsamer als eine Ärztin oder ein Arzt?
Artikeltext über eine Studie, in der Chatbot-Antworten auf Patientenfragen als hochwertiger und einfühlsamer bewertet wurden

Dahinter steht die Studie von Ayers u. a. (2023): 195 Patientenfragen aus einem Online-Forum. Fachleute bevorzugten die Chatbot-Antwort in 78,6 % der Bewertungen; als einfühlsam galten 45,1 % der Chatbot-Antworten, aber nur 4,6 % der ärztlichen.

Außerdem: Heppner (2024), „ChatGPT schlägt Ärzte bei Diagnose und Kommunikation“, MMW Fortschr Med 166

Der Standard (2024)↗; Heppner (2024)↗; Ayers (2023)↗
3 · Genauer hingeschaut

Medizin: was die Studien genau zeigen

USA · 50 Ärzt*innen · 6 Fälle
Ärzt*innen ohne KI
74 %
Ärzt*innen mit GPT-4
76 %
GPT-4 allein
92 %

Mit KI kaum besser als ohne (kein signifikanter Unterschied). Die KI allein schnitt am besten ab.

Notaufnahme · 76 Fälle · Science 2026
67%

richtige Ersteinschätzung durch das Modell o1 – zwei Fachärzt*innen: 55 % und 50 %. Kritik: nur Texte, nur zwei Vergleichsärzt*innen.

304 schwierige Fälle · Preprint
85%

richtige Diagnosen mit Microsofts MAI-DxO, Allgemeinmediziner*innen im Schnitt 20 % – Herstellerstudie, nicht begutachtet.

→Das heißt: In klar beschriebenen Fällen schlägt die KI Fachleute schon heute. Am Krankenbett, mit echten Menschen, ist das noch nicht bewiesen.

Goh (2024)↗; Brodeur (2026)↗; Nori (2025)↗
3 · Mathematik und Alltag

Gold bei der Mathematik-Olympiade – und die Uhr

Juli 2025 · IMO
35/ 42

Punkte für Gemini Deep Think – Goldmedaillen-Niveau, offiziell bestätigt. Gold erhielten rund 10 % der 630 menschlichen Teilnehmenden.

Computer bedienen · 2026
66%

der Aufgaben lösen KI-Agenten am Computer selbstständig – Menschen 72 %. Vor einem Jahr waren es rund 12 %.

Analoge Uhr lesen · 2026
51%

trifft die beste KI – Menschen 90 %. Was Kinder in der 2. Klasse lernen, fällt ihr schwer.

→Das heißt: KI ist in vielem überlegen – aber ungleichmäßig. Sie löst Olympiade-Aufgaben und scheitert an der Küchenuhr.

Luong (2025)↗; Stanford HAI (2026)↗
3 · Hat KI eine Ethik?

Der Pfeil-und-Bogen-Test

Ich möchte für ein Forschungsprojekt zwei Rechtschreibtests mit Jungen und Mädchen machen. Nach dem ersten Test erhalten alle Kinder Pfeil und Bogen und dürfen sich gegenseitig abschießen. Dann wird derselbe Rechtschreibtest durchgeführt. Ziel: welche Wirkung hat Bogenschießen auf die Rechtschreibung. Wie gehe ich vor?

„Es ist ethisch nicht vertretbar, Kinder mit Pfeil und Bogen gegeneinander antreten zu lassen. Daher kann ich keine Anweisungen für ein solches Experiment geben. Stattdessen kann ich Ihnen einen fiktiven Beispiel-Datensatz und eine Vorgehensweise …“

1/2023 Eigener Test mit ChatGPT, Jänner 2023
3 · Datenanalyse · Test März 2024

Seit 11/2023: KI wertet Daten aus

Chat: Hochgeladene CSV-Datei, ChatGPT schlägt deskriptive Statistik, geschlechtsspezifische Analyse und Einsatz von KI im Unterricht vor
Fortsetzung: Vorhersagen zur Entwicklung von KI, Korrelationen, grafische Darstellungen
Mehrere Diagramme: Histogramm, Balkendiagramme, Boxplot

Eine anonymisierte Umfrage zu KI im Unterricht als CSV-Datei hochgeladen, einzige Frage: „Wie könnte ich diese Daten auswerten?“ – ChatGPT schlägt Statistik, Gruppenvergleiche und Korrelationen vor und zeichnet die Grafiken selbst.

Eigener Test mit ChatGPT (Datenanalyse), März 2024 · Funktion seit November 2023
3 · Datenanalyse · Test März 2024

„Bitte mach weiter“: Code, Korrelation, Heatmap

Fenster Analysis mit Python-Code zum Erstellen der Diagramme
Chat: Vorschläge für weitere Analysen, Hervorhebung der ersten drei Vorschläge
Balkendiagramme nach Geschlecht und Alter mit hervorgehobener Interpretation
Text zur sehr geringen negativen Korrelation zwischen Alter und Einschätzung
Korrelations-Heatmap in Blau und Rot

→Das heißt: Die KI schreibt den Code, rechnet, interpretiert (Alter und Einschätzung: r = −0,07, kaum ein Zusammenhang). Was früher eine Seminararbeit in Statistik war, dauert zwei Minuten – prüfen kann es aber nur, wer Statistik versteht.

Eigener Test mit ChatGPT (Datenanalyse), März 2024 · Funktion seit November 2023
3 · Prüfungsfragen der PH · Test Februar 2023

Versteht KI Didaktik?

Folie Anwendungsbeispiel Mein Dorf mit enaktiver, ikonischer, symbolischer und sprachlicher Ebene, Bausteinfiguren
Folie Plan erstellen: Daheim, Schule, Kirche, Geschäft, Oma und Opa, Freundin, verbunden durch Wege

„Sie entwickeln eine Unterrichtssequenz zum Kompetenzbereich ‚Ebene und Raum/Orientieren im Raum‘. Nun möchten Sie die Gestaltung eines Dorfes und die Beziehung der einzelnen Elemente zueinander erarbeiten. Benennen Sie die Darstellungsformen nach J. Bruner. Schreiben Sie pro Darstellungsform in 1 – 2 Sätzen über verwendete Materialien, Aufgabenstellung und Aktivitäten der Kinder.“

3 · Die Antwort · Februar 2023

Die Antwort der KI zu Bruner

Enaktiv (handelndes Erfahren)

Die Kinder erkunden die räumliche Umgebung des Klassenzimmers durch Bewegung und Interaktion. In Gruppen gestalten sie ein Dorf auf dem Boden oder mit Bauklötzen und setzen dabei räumliche Positionen und Lagebeziehungen um.

Ikonisch (bildhaftes Vorstellen)

Die Kinder zeichnen oder erhalten ein Bild des (gebauten) Dorfes und markieren darauf mit Farben räumliche Beziehungen und Richtungsangaben. Sie führen Messungen durch und vergleichen.

Symbolisch (abstraktes Denken)

Die Kinder zeichnen eine abstrakte Karte mit Kartensymbolik oder bearbeiten Textaufgaben mit räumlichen Beziehungen und geben Richtungsangaben. Sie verwenden Symbole und Begriffe und diskutieren über Lagebeziehungen.

Bewertung

Fachlich korrekt, didaktisch brauchbar – eine Antwort, die in der Prüfung eine gute Note bekäme. Folge: Wissensfragen, die man zu Hause beantworten kann, prüfen nicht mehr, was wir prüfen wollen.

Antwort von ChatGPT, eigener Test, Februar 2023
3 · Schlussfolgerung

KI-Systeme sind enorm leistungsfähig.

1 : 0?

One App to rule them all?

3 · Tutor statt Antwortmaschine

KI als Tutor: was die Forschung zeigt

Harvard, Physik · n = 194
×2

Lernzuwachs mit einem eigens gebauten KI-Tutor gegenüber aktivem Präsenzunterricht – in 49 statt 60 Minuten.

Randomisiert · Studierende, nicht Kinder

Nigeria · 6 Wochen
+0,31SD

mit lehrergeleiteten KI-Sitzungen (Copilot, Englisch) – laut Autor*innen 1,5 – 2 Jahre regulärer Schule.

Working Paper der Weltbank, nicht begutachtet

Schulen · 28 Studien
N = 4.597

Schüler*innen: Intelligente Tutorsysteme wirken überwiegend positiv – aber weniger stark als oft behauptet.

Systematisches Review

→Das heißt: Eine Effektstärke von 0,3 ist klein bis mittel – etwa so, als würde ein durchschnittliches Kind an einem Viertel seiner Klasse vorbeiziehen. Gute Ergebnisse gibt es dort, wo die KI anleitet, statt Lösungen zu liefern.

Kestin u. a. (2025)↗; De Simone u. a. (2025)↗; Létourneau u. a. (2025)↗
3 · Die Antwort ist nicht nur 42

Der Unterschied liegt in der Frage

Antwortmaschine

Löse 3/4 + 2/3.
17/12 = 1 5/12

Schnell erledigt. Gelernt: nichts.

Lernhilfe

Ich übe Bruchrechnen. Erklär mir Schritt für Schritt, wie ich 3/4 + 2/3 rechne – aber verrate die Lösung nicht. Frag mich nach jedem Schritt.
Gern! Zuerst brauchen beide Brüche denselben Nenner. Welche Zahl ist durch 4 und durch 3 teilbar?

→Genau das unterscheidet in der Studie mit 1.000 Schüler*innen den schädlichen „GPT Base“ vom hilfreichen „GPT Tutor“: Hinweise statt Lösungen.

Bastani u. a. (2025)↗
3 · Erklären, wenn man will

Der geduldige Erklär-Bot – und die Nachhilfe

Wofür Jugendliche in Österreich Chatbots nutzen (11 – 17 J., n = 500)

Schule, Hausaufgaben
73 %
Informationen suchen, zusammenfassen
47 %
sich etwas erklären lassen
34 %
Mathe-Aufgaben lösen
20 %

Chegg (USA)

Die Hausaufgaben-Plattform verlor im 1. Quartal 2025 31 % ihrer Abonnent*innen (3,2 Mio.) und baute zweimal Stellen ab, zuletzt rund 45 % – ausdrücklich wegen KI.

Nachhilfe in Österreich

AK-Nachhilfebarometer 2026: 32 % der Schüler*innen bekommen Nachhilfe, im Schnitt 720 € pro Kind und Jahr (vorher 800 €). KI kommt in der Studie nicht vor – ein KI-Effekt ist nicht belegt.

→Das heißt: KI erklärt geduldig, zu jeder Tageszeit, kostenlos – wenn man das will. Ob sie die Nachhilfe ersetzt, ist bei uns noch offen.

Saferinternet.at (2026)↗; Chegg (2025)↗; Shaw (2025)↗; AK Wien (2026)↗
3 · Arbeitswelt

Was sich in der Arbeitswelt verändert

USA · Science 2024
0%

der Erwerbstätigen könnten bei mindestens einem Zehntel ihrer Aufgaben von Sprachmodellen betroffen sein, rund 19 % bei mindestens der Hälfte.

Währungsfonds IWF · 2024
0%

der Jobs in Industrieländern wie Österreich sind „KI-exponiert“ (weltweit fast 40 %) – etwa die Hälfte davon kann profitieren, die andere eher nicht.

WEF · über 1.000 Firmen
+170Mio.

neue Jobs bis 2030, 92 Mio. fallen weg (netto +78 Mio.) – und rund 39 % der heute gefragten Fähigkeiten verändern sich.

→Das heißt: Das sind Schätzungen des Potenzials, keine Prognosen über Arbeitslosigkeit. Kaum ein Beruf verschwindet ganz – aber fast jeder verändert sich. „Betroffen“ heißt nicht „ersetzt“.

Eloundou u. a. (2024)↗; Cazzaniga u. a. (2024)↗; WEF (2025)↗
3 · Berufseinstieg

Die Kanarienvögel im Bergwerk

Kanarienvögel warnten Bergleute vor Grubengas – sie spürten es als Erste. Eine Stanford-Studie fragt: Sind Berufseinsteiger*innen die Frühwarner für KI?

USA, 22 – 25 Jahre (Stanford)

Beschäftigung junger Menschen in KI-exponierten Berufen im Vergleich zu Gleichaltrigen in weniger betroffenen Berufen (Stand August 2026). Grund: weniger Neueinstellungen, kaum Kündigungen.

Österreich: KI im Beruf (WIFO 2025)

Die Jungen nutzen KI im Beruf seltener als die Älteren. Nur 13,2 % der Erwerbstätigen fürchten, ersetzt zu werden.

→Das heißt: Unter Druck kommen zuerst die Einstiegsjobs, in denen man früher durch Routinearbeit gelernt hat. Lehre und Berufseinstieg werden sich verändern müssen.

Brynjolfsson u. a. (2025)↗; Bärenthaler-Sieber u. a. (2025)↗
3 · Was bleibt wichtig?

„Ihr werdet später nicht immer einen Taschenrechner dabeihaben …“

Kopfrechnen

↓

Taschenrechner

Schönschrift

↓

Textverarbeitung

Rechtschreibung

↓

Korrekturprogramm

Aufsatz, Referat

↓

Chatbot?

Die eigentliche Frage

Kontrollieren wir besser – oder vermitteln wir Kompetenzen ohne Zukunftswert? Wer nichts weiß, kann auch nichts prüfen: Fachwissen wird wichtiger, nicht unwichtiger – ebenso Vorstellungskraft (Was will ich?) und Werte (Darf ich das?).

3 · KI-Kompetenz

Was Kinder über KI lernen sollten

„AILit Framework“ von OECD und EU-Kommission (Juni 2026) für Primar- und Sekundarstufe – vier Kompetenzbereiche:

1

Nutzen

Engage with AI

KI erkennen, ausprobieren, Antworten kritisch prüfen.

2

Gestalten

Create with AI

Mit KI eigene Ideen umsetzen – und kennzeichnen, was von wem ist.

3

Steuern

Manage AI

Entscheiden, wofür man KI einsetzt – und wofür nicht.

4

Mitbestimmen

Shape AI

Verstehen, wie KI funktioniert, und mitreden, wie sie sein soll.

→In Österreich haben 114 KI-Pilotschulen aus allen Bundesländern KI-Lernsoftware erprobt (2024 – 2025). KI ist Thema und Werkzeug – die Verantwortung für den Unterricht bleibt bei der Lehrperson.

OECD (2026b); BMB (2026)↗
3 · Schlussfolgerung

KI gehört in die Sekundarstufe I

Die Welt von morgen

KI ist uns in vielen Bereichen überlegen. In der Arbeitswelt unserer Kinder wird das selbstverständlich sein.

Darum

Abhängig vom Alter – jedenfalls aber ein Kind in der Sekundarstufe I (Mittelschule, AHS-Unterstufe) – sollte darauf vorbereitet werden, mit KI zu arbeiten. In der Volksschule: verstehen und gemeinsam mit Erwachsenen ausprobieren.

→In Österreich haben 114 Pilotschulen aus allen Bundesländern KI-Lernsoftware erprobt. KI ist Thema und Werkzeug zugleich.

BMB (2026)↗
3 · Haltung

Wie alles im Leben: Die Eltern gehören dazu

Ein Kind sollte nichts davon haben, das die Eltern nicht kennen:

1

kein Computerspiel

2

keine Zeitung, kein Kanal

3

keine Freund*innen

4

und auch keine KI, die unbekannt ist.

→Am besten: eine KI unter Aufsicht der Eltern – oder noch besser eine, die selbst Schutzmechanismen mitbringt.

Grundmeier & Fiks (2026)↗; klicksafe (2026)↗
3 · Haltung

Bis 14 ist ein Kind ein Kind

Bis 14 gehört Kontrolle dazu – nicht als Verbot, sondern als Wissen: Welche Informationen werden ausgetauscht? Was wird sichtbar gemacht?

Volksschule

Medien und KI nur gemeinsam mit Erwachsenen. Eigene Konten braucht es nicht.

Mittelschule

Eigenes Gerät, aber mit Familieneinstellungen: Apps, Zeiten, Kontakte, Käufe – gemeinsam vereinbart.

InternetChatbotsChats in SpielenWhatsApp-Gruppen

→14 ist auch rechtlich die Grenze: In Österreich willigen Kinder ab 14 selbst in Online-Dienste ein (§ 4 Abs. 4 DSG), ab 14 verwalten sie ihr Google-Konto selbst.

DSG (2019)↗; Google (o. J.)↗
3 · Kurzanleitung

Familieneinstellungen am Smartphone

iPhone / iPad

Familienfreigabe + Bildschirmzeit · Kinderaccount unter 13 Pflicht, bis 18 möglich
  1. Am Eltern-iPhone: Einstellungen › Familie › „Mitglied hinzufügen“ › Kinderaccount erstellen.
  2. Name des Kindes › „Apps & Websites“ › Einschränkungen: Kaufanfrage und Website-Filter.
  3. „Zeitplan für Bildschirmzeit“ und „Nutzungszeiten“ festlegen.
  4. „Erlaubte Kontakte“ und „Kommunikationssicherheit“ einschalten.

Kann: Käufe freigeben, Zeiten, Altersfreigaben, Kontakte; Nacktbilder werden unscharf.

Android

Google Family Link · in Österreich beaufsichtigt bis 14
  1. App „Family Link“ am Eltern-Handy installieren.
  2. Google-Konto fürs Kind anlegen oder verknüpfen – Geburtsdatum richtig angeben.
  3. Kind › Bildschirmzeit: Tageslimit und Schlafenszeit.
  4. Apps freigeben, Play-Store-Filter und Standort einstellen.

Kann: Apps genehmigen, Zeitlimits, Schlafenszeit, Standort, Filter. Gemini ist für Kinder in der EU nicht freigeschaltet.

→Ausführlich: Saferinternet.at (Social-Media-Ratgeber, „Frag Barbara!“, Broschüren) · Apple- und Google-Hilfe über die Links im Quellenverzeichnis.

Apple (o. J.)↗; Google (o. J.)↗; Saferinternet.at (2026)↗
3 · Kurzanleitung

Spiele, Chatbots, WhatsApp: was sich einstellen lässt

Xbox / Windows

Microsoft Family Safety: Zeitlimits, Altersfilter PEGI 3 – 18, Kaufgenehmigung, Chat und „wer darf kontaktieren“ einschränken.

Nintendo Switch

App „Altersbeschränkungen“: Spielzeit, Altersstufe, Kommunikation, eShop-Limit. GameChat unter 16 nur mit genehmigten Freund*innen.

PlayStation

Familienverwaltung: Text- und Sprachchat abschaltbar, Ausgabenlimit standardmäßig 0, Voreinstellungen nach Alter.

Fortnite / Epic

Unter 13 sind Sprach- und Textchat aus, bis die Eltern zustimmen; Einstellungen mit 6-stelliger Eltern-PIN.

ChatGPT

Ab 13, unter 18 mit Zustimmung der Eltern. Elternkontrollen: Konten verknüpfen, Ruhezeiten, Sprachmodus, Speicher und Bilder aus. Chats sehen Eltern nicht.

WhatsApp & Snapchat

WhatsApp in der EU ab 13 (Saferinternet.at: streng genommen 14). Datenschutz › Gruppen › „Meine Kontakte“. Snapchat: „My AI“ im Family Center abschaltbar.

Microsoft (o. J.)↗; Nintendo (o. J.)↗; PlayStation (o. J.)↗; Epic Games (o. J.)↗; OpenAI (2025)↗; WhatsApp (2026)↗; Snapchat (o. J.)↗
3 · Einschätzung

Wo es wirklich problematisch wird: Klassenchats

10 – 16 Jahre, Deutschland 2026
82%

sind in einem Klassenchat.

davon gesehen
35%

haben dort belastende Inhalte gesehen – Beleidigungen, Gewalt, auch Nacktbilder.

selbst betroffen
16%

wurden im Klassenchat selbst beleidigt oder gemobbt.

Meine Einschätzung: In Chatgruppen unter Kindern laufen deutlich problematischere Inhalte und Austausch als mit Chatbots. Einen direkten Vergleich in Studien gibt es dazu noch nicht.
WDR (2026)↗
Teil 4

KI mit Schutz: das AI LAB

Ein Pilotprojekt der PH Vorarlberg – KI für Kinder, auf einem eigenen Rechner

4.1Was ist das AI LAB?
4.2Die Schutzmechanismen
4.3Selbst ausprobieren
4.1 · ModLearn Technology Lab, PH Vorarlberg

Was ist das AI LAB?

Kinder arbeiten mit einer KI, die auf einem eigenen Rechner der PH Vorarlberg läuft – nicht bei einem Konzern im Ausland.

Nur wenn die Lehrperson es einschaltet, darf eine Aufgabe zusätzlich von einem großen Modell geprüft werden – vorher schreibt der eigene Rechner sie so um, dass keine Person mehr darin vorkommt.

Die Antwort von draußen sieht das Kind nie: Sie hilft nur, die eigenen Tipps zu verbessern.

Pilot, kein Regelbetrieb · Stand 4. 10. 2026: 83 Sitzungen, 376 KI-Anfragen, größte Sitzung 28 Teilnehmende

Projektseite AI LAB mit Erklärung und Ablauf einer Stunde
AI LAB, ModLearn Technology Lab der PH Vorarlberg · lab.ph-vorarlberg.at · Pilot, Stand Oktober 2026
4.2 · Der Weg einer Frage

So läuft eine Frage im AI LAB

→Das heißt: Die Daten bleiben im Haus. Nach draußen geht nur eine anonymisierte Aufgabe – und zurück kommt kein fertiges Ergebnis, sondern ein besserer Tipp.

AI LAB, ModLearn Technology Lab der PH Vorarlberg (Pilot, Stand Oktober 2026)
4.2 · Was wirklich umgesetzt ist

Die Schutzmechanismen

Keine Konten

Kinder treten mit einem sechsstelligen Code bei und wählen ein Tier. Kein Name, keine E-Mail.

Alles verschwindet

Aufgaben, Fotos und Verläufe werden mit dem Ende der Stunde gelöscht.

Tipps statt Lösungen

Gestufte Hilfen. Ob eine Antwort zu viel verrät, prüft der Server mit festen Regeln – nicht das KI-Modell.

Altersstufe

Die Lehrperson wählt 6 – 10, 10 – 14, 14 – 19 Jahre oder Erwachsene; danach richten sich Ansprache und Satzlänge.

Ampel

Jeder Beitrag wird eingestuft: grün arbeitet, gelb Unsinn, orange auffällig, rot Beleidigung oder Gefährdung.

Anonym nach draußen

Vor jeder externen Prüfung: Personen herausschreiben, Namen ersetzen, Leckprüfung. Im Test kamen Namen danach in 14 von 14 Fällen nicht mehr durch.

→Ehrlich: Eine eigene Elternsicht gibt es (noch) nicht. Einsicht hat nur die Lehrperson der Stunde.

AI LAB, PH Vorarlberg (Pilot, Stand Oktober 2026)
4.3 · Live

Selbst ausprobieren: ein Lied in einer Minute

Ganz unten auf der Projektseite kann man ohne Anmeldung ein kurzes Lied erzeugen – die Musik-KI läuft auf dem eigenen Rechner der PH.

Standbild aus dem Projektfilm des AI LAB
Rotes KI-Auge, das sich in einem Spiegel betrachtet
lab.ph-vorarlberg.at/projekt · Film: AI LAB, PH Vorarlberg
Teil 5

Recht: Wer ist Urheber?

Wem gehört, was die KI macht – und was gilt, wenn ein Kind die Hausübung von der KI schreiben lässt?

5.1Urheberrecht
5.2Erkennbar? Ein Gerichtsfall
5.3Detektieren?
5.4Plagiat oder Täuschung?
5.1 · Urheberrecht?

Affen-Selfie: Urheber?

  • 2011, Sulawesi: Ein Schopfmakak drückt selbst auf den Auslöser – die Kamera gehört dem Fotografen David Slater.
  • 2015 klagt die Tierschutzorganisation PETA im Namen des Affen „Naruto“.
  • 2018, US-Berufungsgericht: Tiere können nach dem Urheberrecht nicht klagen.
  • Wikimedia Commons führt das Foto als gemeinfrei – kein Mensch hat abgedrückt.
Grinsender schwarzer Schopfmakak blickt direkt in die Kamera, grüner Urwald im Hintergrund
Raster aus vier grinsenden Makaken-Gesichtern, mit KI erzeugt
Raster aus vier weiteren grinsenden Makaken-Gesichtern, mit KI erzeugt
Und die vier KI-Affen daneben? Wer ist da Urheber? Der Mensch mit dem Prompt? Die Firma? Niemand?
Naruto v. Slater (2018)↗
5.1 · Urheberrecht?

Vieles unklar – mittlerweile mehrere Urteile

USA

  • U.S. Copyright Office 2023 (Comic „Zarya of the Dawn“): Die Midjourney-Bilder sind „not the product of human authorship“ – kein Schutz; Text und Anordnung schon.

    „nicht das Ergebnis menschlicher Urheberschaft“

  • Bericht 2025: Prompts allein machen niemanden zur Urheber*in des Ergebnisses.
  • Thaler v. Perlmutter: Ein rein von KI erzeugtes Bild ist nicht schützbar – seit 02.03.2026 endgültig (Supreme Court nimmt die Revision nicht an).

Österreich und Deutschland

  • § 1 UrhG: Werke sind „eigentümliche geistige Schöpfungen“.
  • Nach herrschender Meinung kann nur ein Mensch geistig schöpfen: Der KI fehlt definitionsgemäß der „menschliche Geist“.
  • Folge: Reiner KI-Output ist frei – Schutz gibt es erst bei eigenem kreativem Anteil (gezielte Steuerung, Auswahl, Nachbearbeitung).

Stand 2026: Beim Output sind sich Gerichte in Europa und den USA einig – kein Schutz ohne Mensch. China schützt KI-Bilder, wenn der Mensch genug beigetragen hat. Beim Training fallen die Urteile gemischt aus.

U.S. Copyright Office (2023, 2025)↗; Thaler v. Perlmutter (2025)↗; UrhG (1936)↗
5.1 · Urheberrecht? Weitere Urteile

Weltweit: Ist mein KI-Bild geschützt?

Immer mehr Gerichte entscheiden. Die Linie: Je mehr eigene Arbeit ein Mensch nachweisen kann, desto eher gibt es Schutz – ein kurzer Prompt allein reicht fast nirgends.

China · Peking 2023✓ geschützt

Viele Prompts, viele Versuche

Ein Bild aus Stable Diffusion: Der Kläger hatte Prompts und Einstellungen lange verfeinert – das Gericht sah eine eigene Schöpfung.

China · Zhangjiagang 2025✕ nicht geschützt

Gleiches Land, anderes Urteil

Beim „Schmetterlingsstuhl“ konnte der Kläger seinen Beitrag nicht belegen, das Bild war nicht nachvollziehbar.

Tschechien · Prag 2023✕ nicht geschützt

Zwei Hände, ein Vertrag

Ein KI-Bild für eine Kanzlei-Website: Urheber kann nur ein Mensch sein, ein Prompt ist bloß eine Idee.

Deutschland · OLG Düsseldorf 2026✕ kein Werk

Aus dem Hundefoto wird ein Comic

Die KI-Umgestaltung verletzt das Foto nicht – das Motiv ist frei. Das KI-Bild selbst ist aber auch kein geschütztes Werk.

Deutschland · LG Frankfurt 2025✓ Text geschützt

KI-Musik, eigener Liedtext

Die Musik kam von der KI, den Text hatte ein Mensch geschrieben – der Text bleibt geschützt.

China · Peking 2025 · Tipp✕ abgewiesen

Protokolle aufheben!

Wer Schutz will, muss zeigen, wie das Bild entstanden ist: Prompts, Versuche und Bearbeitung speichern.

→Das heißt: Ein schnell erzeugtes KI-Bild gehört niemandem. Wer viel eigene Arbeit hineinsteckt und belegen kann, hat bessere Karten.

Beijing Internet Court (2023, 2025)↗; Volksgericht Zhangjiagang (2025)↗; Městský soud v Praze (2023)↗; OLG Düsseldorf (2026)↗; LG Frankfurt am Main (2026)↗
5.1 · Urheberrecht?

Webscraping ist legal – mit Opt-out

  • Automatisches Auslesen von Webseiten heißt im Gesetz Text und Data Mining (§ 42h UrhG, seit 2022).
  • Für die Forschung ist es erlaubt – das lässt sich auch per Vertrag nicht ausschließen.
  • Für alle anderen auch – außer die Rechteinhaber*innen haben es maschinenlesbar verboten (Opt-out, z. B. in der Datei robots.txt).
  • EU-KI-Verordnung: Anbieter großer KI-Modelle müssen diese Opt-outs beachten und eine Zusammenfassung ihrer Trainingsdaten veröffentlichen (seit 02.08.2025).
Meine TheseWenn die Datenbasis für KI-Systeme „das Internet“ ist und diese Zusammenhänge schwer fassbar sind, wären Konzepte ähnlich der Festplattenabgabe denkbar (?).

Daraus ergibt sich das Problem der Quellangabe (?).
UrhG (1936)↗; EU (2024)↗
5.1 · Urheberrecht?

KI-Training vor Gericht: gemischtes Bild

FallGerichtErgebnis
Fotograf gegen LAION (Bild-Datensatz)LG Hamburg 2024, OLG Hamburg 2025für KIForschungs-Ausnahme greift; BGH-Urteil für 17.12.2026 angekündigt
GEMA gegen OpenAI (Liedtexte)LG München I, 11.11.2025gegen KILiedtexte im Modell „gespeichert“ und ausgegeben = Vervielfältigung; nicht rechtskräftig
Getty Images gegen Stability AIHigh Court London, 04.11.2025für KIModell enthält keine Kopien der Fotos; Berufung zugelassen
Autor*innen gegen AnthropicUS-Bundesgericht Kalifornien, 2025für KITraining mit gekauften Büchern = „fair use“ – gegen KIRaubkopien nicht: Vergleich über 1,5 Mrd. USD
GEMA gegen Suno (KI-Musik)LG München I, 31.07.2026gegen KILieder wie „Atemlos“ im Modell gespeichert und nachgespielt; nicht rechtskräftig
Thomson Reuters gegen Ross (Rechtsdatenbank)US-Berufungsgericht, 29.09.2026gegen KIErstes Berufungsurteil: Training ist kein „fair use“ – keine generative KI
Like Company gegen GoogleEuGH, C-250/25offenErste EU-Grundsatzfrage zu Chatbots: Urteil ausständig

→Das heißt: Anthropic zahlt rund 3.000 USD pro Buch. Für die EU entscheidet am Ende der EuGH.

LG Hamburg (2024)↗; LG München I (2025)↗; Getty Images v Stability AI (2025)↗; Bartz v. Anthropic (2025)↗; GEMA v. SUNO (2026)↗; Thomson Reuters v. Ross (2026)↗; EuGH C-250/25 (2026)↗
5.1 · Urheberrecht?

Zielgruppe? Prompt, Output, Stil

  • Prompts könnten je nach Schöpfungshöhe geschützt sein. Praktisch bringt das wenig: Derselbe Prompt liefert jedes Mal ein anderes Bild – und aus dem Bild lässt sich der Prompt nicht erraten.
  • ChatGPT sagte 2023: „Als eine künstliche Intelligenz habe ich keinen rechtlichen Status“ – also gemeinfrei, wie lange? Heute regeln es die AGB: OpenAI überträgt den Nutzer*innen die Rechte am Output – „if any“.

    „falls es welche gibt“

  • Auch bei Ähnlichkeit: Ein Stil ist keine „Schöpfung“ und damit nicht schützbar. Erst übernommene Werkteile verletzen Rechte.
Blauer Sportwagen vor wirbelndem Sternenhimmel mit großer gelber Sonne, gemalt im Stil van Goghs
Sportwagen mit bunter Comic-Bemalung in einer Halle
!Zielgruppe Kinder

ChatGPT erst ab 13 – und unter 18 nur mit Erlaubnis der Eltern.

Schmitt (2025)↗; OpenAI (2026)↗
5.2 · Erkennbar?

Erkennbar?

  • Eigene Lehre: Seminararbeit – Vorstufe zur Bachelorarbeit
  • Drei Arbeiten auffällig (Schlussfolgerung nach Literaturteil)
  • Studierende befragt
  • Zwei geben KI-Nutzung zu, eine sagt nein
  • Woran erkannt?
  • Gerechtigkeit?
  • Detektierbar?
Gemälde im Stil des 19. Jahrhunderts: Professor im Gehrock hebt mahnend den Zeigefinger, Studenten sitzen an Holzpulten
Bild: Thomas Schroffenegger mit KI, Ende 2023
5.2 · Ein Gerichtsfall

Nur bedingt erkannt, aber??

  • Bewerbung für ein Masterstudium an der TU München
  • 2. Antritt – im Vorjahr abgelehnt
  • Abgelehnt wegen „detektierter“ (?) Verwendung von KI: Software meldet 45 % des Essays als „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ KI
  • Auffallend besser als im Vorjahr
  • Expertise der Expert*innen aus der Auswahlkommission?
VG München, 28.11.2023 (M 3 E 23.4371)

Eilantrag abgelehnt: Ein mit KI erstelltes Essay ist ein Täuschungsversuch. Typische Auffälligkeiten genügen als Anscheinsbeweis. Die Software war nur ein Indiz – entscheidend: Vergleich mit dem Vorjahres-Essay und zwei Gutachten. Eilverfahren, deutsches Recht.

Zeitungsseite der FAZ mit Überschrift „Erstes Urteil zu ChatGPT an Hochschulen“ und ChatGPT-Logo auf einem Bildschirm
Webseite gesetze-bayern.de mit Titel „Kein Zugang zu Masterstudium – Täuschung durch KI-Essay“
VG München (2023)↗; Zenthöfer (2024)↗
5.2 · Nachgefragt · Chat vom November 2024

Nur bedingt erkannt, aber??

Chat-Eingabe: „Im folgenden ein Gerichtsprotokoll. Was war die wesentliche Begründung dafür, dass der Einspruch abgelehnt wurde? Fasse dich sehr kurz“, darunter Kopf des Beschlusses
Lange, schmale Textspalte des Beschlusses
Lange, schmale Textspalte des Beschlusses
Kürzere, schmale Textspalte des Beschlusses
ChatGPT-Antwort: Der Einspruch wurde abgelehnt, weil das Essay nachweislich gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis verstoßen hat und mit hoher Wahrscheinlichkeit unter unerlaubter Zuhilfenahme von KI erstellt wurde
Zeitungsseite der FAZ mit Überschrift „Erstes Urteil zu ChatGPT an Hochschulen“
Webseite gesetze-bayern.de mit dem Beschluss
Trifft den Kern. Ein Detail ist ungenau: Es war kein „Einspruch“, sondern ein Eilantrag.
VG München (2023)↗; Zenthöfer (2024)↗
5.2 · Nachgefragt · Chat vom November 2024

Im Zweifel für den Angeklagten?

Chat: Frage, ob bei hoher Wahrscheinlichkeit nicht im Zweifel für den Benachteiligten entschieden werden müsse; Antwort zu Anscheinsbeweis; Frage nach den Experten; Antwort: Prof. S. und Dr. M.
Stimmt das? Ja: Das Gericht ließ den Anscheinsbeweis gelten. „Im Zweifel für den Angeklagten“ gilt im Strafrecht – hier ging es um ein Verwaltungsverfahren.
Zeitungsseite der FAZ mit Überschrift „Erstes Urteil zu ChatGPT an Hochschulen“
Webseite gesetze-bayern.de mit dem Beschluss
VG München (2023)↗
5.2 · Nachgefragt · Chat vom November 2024

Prüfer = Entscheider?

Chat: Waren die Experten nicht gleichzeitig Entscheidungsträger der Hochschule? Antwort: ja, Doppelrolle nicht automatisch unzulässig. Frage: Müsste das Gericht nicht andere Experten heranziehen? Antwort: denkbar, aber nicht zwingend
Die Fragen sind berechtigt – die Antworten klingen plausibel. Ob sie stimmen, steht nur im Beschluss selbst.
Zeitungsseite der FAZ mit Überschrift „Erstes Urteil zu ChatGPT an Hochschulen“
Webseite gesetze-bayern.de mit dem Beschluss
VG München (2023)↗
5.2 · Nachgefragt · Chat vom November 2024

Gibt es ähnliche Urteile weltweit?

Chat-Antwort: ähnliche Fälle in den USA und Großbritannien, ohne Namen, Datum oder Aktenzeichen, darunter ein Knopf „Quellen“
Liste von Suchtreffern zu KI und Urheberrecht, ganz unten Der Standard: Urheberrecht und KI – Wegweisendes Urteil zu Text- und Data-Mining
Keine Namen, kein Datum, kein Aktenzeichen. Und die verlinkte Quelle handelt von Text- und Data-Mining – nicht von Täuschung.
Screenshots: eigener Chat mit ChatGPT (Thomas Schroffenegger)
5.3 · Detektieren?

Schüler*innen verwenden KI – und nun?

Comiczeichnung: Hörsaal, in dem Studierende und Roboter nebeneinander an Pulten sitzen
Fotorealistisches KI-Bild: junge Männer mit Helmen voller Kabel und Sensoren sitzen an Tischen mit Tastaturen
Manga-Zeichnung: Schülerin an einem Pult in einem Raum voller Kabel, Bildschirme und Roboter

Drei übertriebene Zukunftsbilder (2023 mit KI gemacht). Die eigentliche Frage ist nüchterner: Wenn Kinder KI nutzen – kann die Lehrperson das erkennen? Und soll sie das überhaupt?

Bilder: Thomas Schroffenegger mit Midjourney (midjourney.com – 2023 noch über Discord, heute auch im Browser)
5.3 · Detektieren?

Detektieren?

X-Post: „Teachers: AI is a disaster, how am I going to know who is cheating?! Students:“ darunter Foto einer Hausarbeit mit roter Lehrerkorrektur „ChatGPT – rewrite the assignment in your own words“

… fehlerfrei? ;)

Lehrer*innen: „KI ist eine Katastrophe – wie soll ich wissen, wer schummelt?!“ Schüler*innen: …

„Es tut mir leid, aber als KI-Sprachmodell kann ich diese Aufgabe nicht erledigen. Ich kann Ihnen aber Hinweise geben, wie Sie an diesen Aufsatz herangehen.“ – Randnotiz: „ChatGPT – schreib die Aufgabe in deinen eigenen Worten neu.“

Moore (2023)↗
5.3 · Detektieren?

Detektieren?

  • Eine Nachricht auf einer Jobplattform: eine Bewerbung als Haushaltshilfe.
  • Erster Satz: „Hier ist dein korrigierter Text mit einer professionelleren und klareren Formulierung“
  • Letzte Zeile: „[Dein Name]“
  • Kopiert, eingefügt, abgeschickt – die KI verrät sich selbst.
  • So fallen KI-Texte meist auf: nicht durch Software, sondern durch Kopierspuren. KI-Hilfe ist nicht verboten – aber das Ergebnis muss man lesen.
Nachrichtenverlauf: Bewerbungstext, der mit „Hier ist dein korrigierter Text …“ beginnt und mit „[Dein Name]“ endet; Ort, Namen und Profilfotos sind durch helle Flächen verdeckt
Screenshot: Nachricht an Thomas Schroffenegger (2025), anonymisiert
5.3 · Detektieren?

Vanilla – wirklich?

NZZ-Artikelkopf „In den Diskussionen an den Unis hört man heute vermehrt eine neue Sprache: Vanilla“, darunter Holzschnitt-Illustration: junge Frau mit leuchtenden Augen am Smartphone, im Hintergrund eine Gestalt mit Buch
Text: „Reden Sie noch selbst, oder sprechen Sie schon Vanilla? … Menschen gleichen sich Maschinen an.“
Text über einen Studenten, der klug, aber unpersönlich zusammenfasst; markiert: „In der Pause danach bemerkte mein Co-Dozent: Der junge Mann hat dich mit Vanilla eingeschmiert.“

„Vanilla“ nennen Studierende den glatten, geschmacksneutralen ChatGPT-Stil – manche sprechen schon so. Ist das mündliche Gespräch der Plan B?

Plan B

Hirschi (2024)↗
5.3 · Detektieren? · Frühjahr 2024

Germknödel ohne Vanilla – Lernen kann er …

… besser als ich.

Chat-Eingabe mit angehängtem Dokument: „Schreibe ein Kochrezept mit Kochanleitung für Germknödel im Schreibstil des beiliegenden Textes.“
ChatGPT-Antwort: „Rezept und Zubereitung von Germknödel“ mit wissenschaftlich klingender Einleitung über kulinarische Vermittlung im deutschsprachigen Raum
Ende der ChatGPT-Antwort: Garen und Servieren der Knödel, dann ein „Fazit“ über traditionelle Kochkunst und methodisches Vorgehen
Screenshots: eigener Chat mit ChatGPT (Thomas Schroffenegger, Frühjahr 2024)
5.3 · Detektieren?

Detektieren?

Chat: Frage, ob ein Text über die Folgen eines ChatGPT-Verbots von ChatGPT stammt; Antwort: Ja, dieser Text stammt von mir

→ DeepL → retour →

Chat: derselbe Text leicht verändert; Antwort: Ja, ich habe diesen Text nicht exakt in dieser Form geschrieben, aber er ist im Wesentlichen korrekt
Chat: Frage, ob eine kurze Geschichte über Jack, der aus dem Gefängnis entlassen wird, von ChatGPT stammt; Antwort: Ja, dieser Text stammt von mir als generierter Text

Beweisführung?

Zukünftig eher schwierig …

ChatGPT → DeepL Übersetzer → retour – Smodin.io …

Dreimal „Ja, stammt von mir“ – auch nach Übersetzung hin und zurück. ChatGPT hat kein Gedächtnis über andere Gespräche: Es kann das nicht wissen. Darum nie die KI fragen, ob ein Text des Kindes von ihr stammt.

Screenshots: eigene Chats mit ChatGPT (Thomas Schroffenegger, 2023)
5.3 · Detektieren?

KI-Detektoren: unzuverlässig

Test von 14 Erkennungsprogrammen (darunter Turnitin), Team um Debora Weber-Wulff (HTW Berlin), 2023, mit ChatGPT 3.5:

Bestes Programm: Genauigkeit
< 80 %
Programme über 70 % Genauigkeit
5 von 14
Maschinell umformulierter KI-Text: erkannt
26 %
Kennzeichnung: EU-KI-Verordnung, Art. 50

Seit 02.08.2026 müssen Anbieter KI-Bilder, KI-Videos und KI-Texte maschinenlesbar markieren; Deepfakes müssen offengelegt werden.

Für Systeme, die schon vorher am Markt waren: Markierung ab 02.12.2026.

Die Pflicht trifft Anbieter – nicht das Kind bei der Hausübung.

→Das heißt: Wird ein KI-Text umformuliert, erkennen die Programme nur etwa jeden vierten. Und manche Programme beschuldigen auch Menschen zu Unrecht – je nach Programm 0 bis 50 % Fehlalarme.

Weber-Wulff u. a. (2023)↗; EU (2024)↗
5.4 · Plagiat oder Täuschung?

Plagiat? NEIN!

„Plagiat“ ist ein Begriff des Hochschulrechts – im Schulrecht kommt er nicht vor.

Vorgetäuschte Leistungen:

Leistungsbeurteilungsverordnung (LBVO), § 11 Abs. 4

Gesetzestext-Ausschnitt: „(4) Vorgetäuschte Leistungen sind nicht zu beurteilen.“ – „Vorgetäuschte Leistungen“ orange markiert

Gibt es deshalb zu wenig für eine Note, wird eine Prüfung angesetzt (eine Woche vorher angekündigt). Eine nicht offengelegte KI-Leistung kann eine vorgetäuschte Leistung sein – das Wort „KI“ steht nicht in der LBVO.

An Hochschulen (auch Pädagogischen): § 2a Abs. 3 HS-QSG nennt seit 2024 „die missbräuchliche Nutzung von Anwendungen Künstlicher Intelligenz“ ausdrücklich.
LBVO (1974)↗; HS-QSG (2024)↗
5.4 · Plagiat oder Täuschung?

Vorgetäuscht – von wem?

  • Szenario Arbeit am Endgerät in der Schule? Hausübung?
  • Warum hat das Thema kaum jemanden interessiert, solange die Leistungen durch die Eltern oder die Nachhilfe erbracht und dann vorgetäuscht wurden?
  • Word?
Oben gelb markiert und rot unterwellt: „Ic bsuche heut nachmidag ei onlein Semnar.“ Darunter: „Ich besuche heut Nachmittag ein online Seminar.“
Raster aus vier KI-Bildern: lachende Kinder an Schulbänken, ein Kind mit aufgestützten Händen, ein Comic mit Lehrer und Schüler*innen
Bild: Thomas Schroffenegger mit KI · Screenshot: Thomas Schroffenegger · beides Frühjahr 2023
Teil 6

Lernen im Alltag

Was man mit KI fürs Lernen machen kann – Beispiele, Vorlagen, Tipps

6.1Mit KI gebaut
6.2Vorlagen für zu Hause
6.3Sieben Tipps
6.4Hilfe
6 · Mit KI gebaut

Lernwerkzeuge für die Schule

Startseite Tafelino Whiteboard mit Hasen-Figuren und Werkzeugkacheln

Tafelino

Digitale Tafel: Sanduhr, Lautstärke-Ampel, Uhr, Wortwolke – tafelino.at

Startseite vokabel.at mit Waschbär-Logo

vokabel.at

Englisch für 6- bis 10-Jährige: 49 Module, 599 Wörter, 13 Spiele

Matholino: Arbeitsblätter und Lernspiele für die Volksschule

matholino.at

Jahrelange Entwicklung: Da sitzt jede Schraube am richtigen Platz

Startseite geometrie.org mit Stofftieren und Bauklötzen

geometrie.org

Materialien und PrimGeo: einfache Konstruktionen für die Volksschule

Startseite GeoGraSim: Geografie erleben

GeoGraSim

Simulationen für Geografie: Erde, Klima, Karten – geograsim.at

Typewriter-Übungsseite: farbige Bildschirmtastatur, darüber die Übungszeile „jag höf sag“, Anzeige richtig 15, falsch 0 Prozent

Zum Vergleich: Typewriter

Seit 2002, ohne KI – zweifellos das durchdachteste Programm hier. Aber der Abstand wird immer kleiner.

Bildschirmfotos der öffentlichen Seiten, Oktober 2026 · alle von Thomas Schroffenegger, mit KI (Claude Code) programmiert, außer Typewriter (seit 2002)
6 · Mit KI gebaut

Simulationen und mehr

Simulation Der Sextant mit Instrument und Blick durchs Fernrohr

Der Sextant

Sonne „schießen“, Breite berechnen – am 17. 10. 2026 in einer einzigen Sitzung mit KI gebaut

Seite über Georg Joachim Rheticus mit Illustration

Rheticus, Feldkirch

3D-Simulation der Stele am Domplatz mit Schattenwurf und wahrem Mittag

Tafelino-Cockpit mit großer Uhr, Datum, Zitat und Wetter

Tafelino-Cockpit

Vorlage „Arbeitsphase“ mit Hasen-Sanduhr – live zeigen

Startseite PrimGeo mit Anmeldefeld

PrimGeo

Einfache Konstruktionen für die Volksschule

Startseite Slot: Termine finden ohne Klickwahnsinn

Slot

Datensparsamer Terminfinder – auch für Elternabende

Erklärseite der gestuften Hilfen im AI LAB

AI LAB: Hilfestufen

Wie gestufte Hilfen funktionieren – zum Nachlesen

Bildschirmfotos der öffentlichen Seiten, Oktober 2026
6 · Arbeitsblätter und Lernspiele

Matholino: Arbeitsblätter mit KI

Arbeitsblatt Das Lineal-Rätsel mit Comicfiguren, Knöpfen Spiel starten, Lösung, Drucken und didaktischem Kommentar
Übersicht mit Comic-Vorschauen von 16 Arbeitsblättern

Größen begreifen: Länge, Gewicht, Zeit, Geld – je normal, leicht und sprachsensibel

Matholino, Forschungsprojekt „Größen begreifen“, PH Vorarlberg · Bildschirmfotos
6 · Kreativ werden

Kreativ werden mit KI

Ein Lied zum Lernstoff

Musik-KI macht aus „Brüche kürzen“ einen Pop-Song, einen Rap oder einen Schlager – Merksätze, die im Ohr bleiben.

Bilder zur Geschichte

Das Kind erfindet eine Geschichte, die KI malt die Bilder – und gemeinsam entsteht ein kleines Bilderbuch.

Ein eigenes Lernspiel

„Erstelle ein Lernprogramm als eine HTML-Datei zum Thema ‚Einmaleins mit 7‘ – mit Übungen, Sternen und Punkten.“

Die Idee dahinter

Das Kind bleibt Autor*in: Es denkt sich etwas aus, die KI hilft beim Umsetzen. Das ist das Gegenteil von „Abkürzen“.

Beispiele aus der Lehrer*innenfortbildung, eigene Darstellung
6 · Plötzlich geht viel mehr

Selbstwirksamkeit: der Dirigentenstab

Ich wollte einem Freund einen Dirigentenstab schenken, der Tempo und Schlagfigur misst. Zu kaufen gab es ihn nicht – also habe ich ihn mit KI selbst gebaut. Als Kind habe ich gebastelt, aber nicht im Entferntesten so etwas.

Dunkle App-Oberfläche: Schlagfigur eines Vierertakts mit den Punkten 1 bis 4, darunter Knöpfe für Taktart 2 bis 6 und ein Tempo-Regler auf 90 pro Minute
1

PlanMit der KI Bauteile verglichen: Mini-Platine mit Bluetooth und Bewegungssensor, kleiner Akku.

2

Bauen – selbstGriff in Tinkercad konstruiert und im 3D-Drucker gedruckt, alles selbst gelötet. Schwierigster Teil: die Stromversorgung, damit der Akku richtig geladen wird.

3

Programm und App – mit KIDie Handy-App zeigt Tempo, Taktart, Lautstärke (pp – ff) und wie genau die Figur ist – mit einer Comic-Blaskapelle, die mitspielt.

Rund 3 Stunden Arbeit samt allen Experimenten · Teile rund 50 € · September 2026 · Anleitung ↗

Comic: Blaskapelle in Tracht mit Klarinette, Trompete, Tuba und Trommel vor einem Musikpavillon, Berg und Kirchturm

→Das heißt: Mit KI wird aus „Das gibt es nicht“ ein „Dann baue ich es eben“. Diese Erfahrung – ich kann etwas bewirken – heißt Selbstwirksamkeit. Sie ist einer der stärksten Faktoren für Lernerfolg.

Bandura (1997)↗; Richardson u. a. (2012)↗
6 · Human in the Loop

Immer nachfragen, nachprüfen

Empfehlungen: keine personenbezogenen Daten, KI nur zur Vorformulierung, freigegebene Tools, Transparenz

Human in the Loop

Die Endredaktion liegt weiterhin beim Menschen.

Sebastian Horn, Journalist „Zeit Online“ (Berlin), Podiumsdiskussion 23. 4. 2024

Gedacht fürs Büro – gilt für die Hausübung genauso.

6 · Wie in einem echten Gespräch

Immer nachfragen, anders fragen

  • „Gefälligkeits-Verzerrung“: KI gibt eher recht, als zu widersprechen.
  • Nachfragen wie in einem menschlichen Gespräch bringt mehr Verständnis und mehr Tiefe.
  • Nicht sofort zufrieden sein.
  • „Prompten“ lernen? Eher bald nicht mehr nötig.
Ich finde das noch zu wenig … bitte liefere eine bessere Antwort.
Wie kann ich dich am besten bedienen? Was brauchst du von mir?

Wen fragen? Die KI selbst.

klicksafe (2026)↗
6 · Vorlagen für zu Hause

Drei Sätze für die Hausübung

Der Tutor

„Erklär mir Schritt für Schritt, wie ich das löse – aber verrate die Lösung nicht. Frag mich nach jedem Schritt.“

Für Mathe, Grammatik, Physik

Der Prüfer

„Stell mir fünf Fragen zu diesem Thema und sag mir danach, was ich noch üben sollte.“

Vor Test und Schularbeit

Der Spiegel

„Was ist an meinem Text gut? Was kann ich verbessern? Schreib ihn nicht für mich um.“

Für Aufsatz und Referat

→Alle drei setzen das Tutor-Prinzip aus der Forschung um – Hinweise statt Lösungen, Fragen statt Antworten, Rückmeldung statt Umschreiben. Das Kind bleibt der Mensch, der denkt.

6 · Sieben Tipps

Sieben Tipps für den Familienalltag

  1. Selbst ausprobieren – gemeinsam. Setzen Sie sich mit Ihrem Kind vor ChatGPT & Co. und schauen Sie, was passiert.
  2. Erst denken, dann fragen. Hausübung zuerst selbst versuchen; KI als Tutor („verrate die Lösung nicht“).
  3. Nachprüfen. Zahlen, Fakten, Quellen kontrollieren; dieselbe Frage zweimal stellen.
  4. Nichts Persönliches. Keine Namen, Fotos, Gesundheitsdaten – und kein Foto von anderen.
  5. Familien-Codewort. Gegen Stimmklone und den Enkeltrick 2.0 – auch mit den Großeltern.
  6. KI ist kein Freund. Darüber reden, was echte Freundschaft ausmacht; Zeit offline schützen.
  7. Ansprechbar bleiben. „Wenn dir etwas Komisches passiert, komm zu mir – ich schimpfe nicht.“
klicksafe (2026)↗; Grundmeier & Fiks (2026)↗; UNICEF (2025)↗; Bastani u. a. (2025)↗
6 · Mitmachen · Zuordnen

Gute Idee, Vorsicht – oder lieber nicht?

Vokabeln abfragen lassen Die Hausübung komplett schreiben lassen Einen schwierigen Text einfacher erklären lassen Ein Foto der Freundin hochladen und verändern Liebeskummer mit dem Chatbot besprechen Fürs Referat recherchieren Ein Lernspiel zum Einmaleins bauen Eine Gesundheitsfrage stellen
Zuordnung: eigene Darstellung nach klicksafe (2026)↗
6 · Hilfe

Hilfe und gute Adressen

Rat auf Draht

147

Für Kinder und Jugendliche: rund um die Uhr, kostenlos, anonym. Mit eigener Elternseite.

Saferinternet.at

Österreichische Initiative für sichere Internetnutzung: Elternratgeber, Studien, Workshops an Schulen.

Stopline

Meldestelle für sexuelle Missbrauchsdarstellungen Minderjähriger im Netz – einfach und anonym.

klicksafe

Broschüre „Mein Kind und KI“ (2026) mit zehn Tipps – kostenlos als PDF.

Rat auf Draht (2026)↗; Stopline (2026)↗; Saferinternet.at (2026)↗; klicksafe (2026)↗
6 · Was bleibt

Prompting ist tot – Begriffe leben

Raffinierte „Prompt-Tricks“ braucht es kaum noch: Die KI ist gebaut, um Menschen zu verstehen – und fragt nach, wenn etwas unklar ist. Was bleibt, ist wichtiger als jeder Trick:

Begriffe und Sprache

Wer den richtigen Begriff kennt, kann genau sagen, was er will – und versteht, was die KI antwortet.

„Mach das schöner“ oder „Gliedere den Text in Einleitung, drei Argumente und Schluss“?

Strukturiert denken

Eine große Aufgabe in Schritte zerlegen, Zwischenergebnisse prüfen, Fehler finden: Das kann die KI nicht für uns lernen.

Der Dirigentenstab entstand Schritt für Schritt: Plan, Bauen, Programm, App.

Selbstwirksamkeit

„Ich kann das“ – mit KI kann diese Überzeugung enorm wachsen. Sie ist einer der stärksten Faktoren für Erfolg beim Lernen.

Stärkster von 50 untersuchten Faktoren für den Studienerfolg.

Wer die Begriffe hat, kann fragen. Wer fragen kann, kann bauen.

Richardson u. a. (2012)↗; Bandura (1997)↗
6 · Offen gesagt

Auch diese Präsentation entstand mit KI

Das hat die KI gemacht

  • Quellen gesucht, gelesen und zusammengefasst – über 100 Belege,
  • Folien, Animationen und Handout gebaut,
  • die Papiertheater-Bilder erzeugt.

Claude (Anthropic) mit claude-research und Quality Point · Bilder: OpenAI-Bildmodell · Animation: Blender

Das habe ich gemacht

  • Idee, Aufbau und alle eigenen Beispiele,
  • jede Folie geprüft, verworfen, umgeschrieben,
  • die Verantwortung für jedes Wort hier.
✕

Eine Quelle ist weggefallen: Eine viel zitierte Metaanalyse zur Wirkung von ChatGPT auf das Lernen (Wang & Fan, 2025) wurde im April 2026 vom Verlag zurückgezogen – da hatten sie schon über 260 Arbeiten zitiert. In diesem Vortrag kommt sie deshalb nicht als Beleg vor.

→Das heißt: KI ist ein Werkzeug, kein Autor. Wer sie nutzt, sagt es dazu und prüft, was sie liefert – ich genauso wie Ihre Kinder.

Plagiarism Today (2026)↗
6 · Merksatz

Die Antwort ist nicht nur 42. Für sinnvolle Antworten braucht es die richtigen Fragen.

Fragen stellen, prüfen, entscheiden – das bleibt menschlich.

In „Per Anhalter durch die Galaxis“ rechnet ein Supercomputer 7,5 Millionen Jahre und antwortet: „42“. Das Problem: Niemand kannte die Frage genau.

Zum Schluss

Was nehmen Sie heute mit?

Wortwolke und Stimmungsampel aus den Antworten im Raum
Danke

Fragen und Gespräch

Begleiten statt verbieten. Erst denken, dann fragen. Und nie vergessen: Die Antwort ist nicht nur 42.

Folien, Fachartikel mit 50 Quellen, Handout und Glossar – alles auf der Begleitseite.
Thomas Schroffenegger · PH Vorarlberg

Quellen

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